Mit zwei Siegen und zwei Unentschieden aus den Spieltagen 2 bis 5 standen die Sollner in der Tabelle um Einiges besser da als so mancher Konkurrent. Nach dem erfolgreichen Kraftakt in Karlsfeld standen sie vorübergehend oberhalb der Relegationsplätze. Nun ging es auswärts zum SV Günding, einem aus Sollner Sicht unbekannten Verein. Man wusste wohl, dass sich Günding in der Tabelle weiter hinten befand, was die Hoffnung auf weitere Punkte nährte.
Mit Erleichterung nahmen die Sollner Fans die Nachricht auf, dass sowohl Niek Khazali als auch Dominik Kugler, die in Karlsfeld verletzt ausgeschieden waren, wieder auflaufen konnten, selbst wenn es für Letzteren wegen andauernder Beschwerden nur für eine Halbzeit reichte. Auch die „Großfamilie“ Metzger war wieder komplett. Außer André stand auch sein Cousin Simon in der Startelf, während Bruder Alex zunächst auf der Bank Platz nahm. Ins Tor kehrte David Langen zurück. Insgesamt kam Trainer Guido Licastro mit wenigen Änderungen der Startelf aus (Langen, S. Metzger). An Ersatzspielern mangelte es den Gästen auch nicht.
In der Anfangsphase mussten die Sollner einen aussichtsreichen Angriff der Gastgeber überstehen (5.), bevor des vor dem Gündinger Tor ordentlich zur Sache ging. Einen Vorstoß von André Metzger und Malik Dedic klärte Schick ins Seitenaus (6.). Bald danach holte Benni Minov einen Ball zurück und Tristan Römpp schoss diagonal, doch Winkler klärte ins Toraus (7./Eckball bringt nichts ein). Eine Minute später trat André Metzger zum Freistoß wegen eines Handspiels an und Johannes Campe verfehlte die Kugel trotz Flugeinlage nur knapp, so dass einer der Gastgeber ins Toraus abwehren konnte (8.). Aus André Metzgers folgendem Eckball (weitergeleitet von Johannes Campe) entwickelte sich eine nahezu hundertprozentige Torchance des aufgerückten Innenverteidigers Michi Schmid, die der Gündinger Keeper Kilmarx mit einer Parade zunichtemachte (9./nach 2. Eckball wegen Offensivfoul abgepfiffen).
Nicht lange danach ging es in die andere Richtung. Erst spät pfiff der Schiedsrichter beim Zuspiel von Schwarz auf Riedl eine Abseitsstellung ab, was zwar heutzutage üblich ist, aber doch den Gegner verunsichert (11.). Die Auswärtsmannschaft machte freilich unbeirrt weiter. Benni Minov drehte einen abgewehrten Ball in Richtung Tor, aber Kilmarx war zur Stelle (13.). Gleich danach landete auch ein von Dominik Kugler verlängerter Einwurf bei Kilmarx (14.). Benni Minov und Tristan Römpp, der in Abwesenheit des langzeitverletzten Basti Jell erneut die Kapitänsbinde trug, arbeiteten gut zusammen, nur kam Minovs Ball nicht bei Simon Metzger an, sondern ging ins Toraus. Unmittelbar darauf trat Benni Minov nach Balleroberung von Michi Schmid wieder in Aktion, dann waren Simon Metzger und Dominik Kugler am Ball, bevor die Gastgeber die Spielrichtung drehten (17.). Auch Niek Khazali hatte kein Glück; er konnte zwar den Gündingern den Ball abnehmen, aber das Tor traf er nicht (20.).
Nach weiteren Szenen, die sich nicht zu echten Sollner Tormöglichkeiten entwickelten, wurden die Gastgeber ihrerseits zunehmend gefährlicher. Einen Angriff klärte Michi Schmid ins Toraus, und die zweite Ecke hatte es in sich. Erst klärte Tristan Römpp Roths Eckball, und anschließend setzte Kapitän Riedl seinen Nachschuss über den Kasten (28./29.). Beispielhaft für die Tatsache, dass an sich aussichtsreiche Spielzüge wegen fehlender Abstimmung ins Leere liefen, war der tolle Steilpass von Johannes Campe, den Malik Dedic nicht erreichen konnte (34.). Besser dagegen sah es kurz darauf aus, als ein Gündinger Kopf Malik Dedics Querpass abgewehrt hatte und Dominik Kugler im Nachschuss zum Zuge kam; leider verfehlte der Ball das Tor (35.). Nicht viel später konnten die Gäste eine momentane Unsicherheit in der heimischen Abwehr nicht nutzen (36.). Dafür hätte der Gegenangriff beinahe eingeschlagen, wenn Roth nicht drüber geschossen hätte (36.).
Allzu oft war das Sollner Lager mit Schiedsrichterentscheidungen nicht ganz zufrieden. So wurde Tristan Römpp in der gegnerischen Hälfte wegen eines angeblichen Fouls gestoppt; mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hatte er den Ball gespielt (36.). Aus dem Ballbesitz der Heimelf entspann sich ein Angriff, den Benni Minov zunächst gegen Schwarz blocken konnte, bevor Penk weit rechts am Tor vorbeischoss (38.). Auf der Gegenseite verpasste Jeremy Rösch den Steilpass von Dominik Kugler (38.). Der Einwurf führte zu einem erneuten Vorstoß der Gastgeber. Penk bediente Popovic, dessen Ball zum Glück für Solln aus spitzem Winkel rechts an David Langens Kasten vorbei ging (39.). Kurz darauf pfiff der Unparteiische einen weiteren Gündinger Angriff ab; vermutlich lag eine Abseitsstellung vor (40.). Den Querpass von Roth eine Minute später hatte David Langen sicher (41.). Sehr hätte man Niek Khazali einen Torerfolg gegönnt, doch sein Freistoß aus halblinker Position (nach Foul an André Metzger) ging rechts ins Toraus (41.). Es war nicht mehr viel Zeit bis zur Pause, als es zwingend im Gündinger Kasten hätte klingeln müssen. Erst wehrte Keeper Kilmarx Niek Khazalis Schuss ins Toraus ab, dann bemühten sich mehrere Sollner um die Verwertung von André Metzgers Eckball, dies jedoch vergeblich; die Abwehr behielt die Oberhand (43.). In den verbleibenden 2 Minuten ereignete sich nichts mehr von Belang. Der Halbzeitstand von 0:0 verwunderte freilich beide Lager.
Zum Wiederanpfiff brachte Coach Licastro drei frische Leute. Raus gingen Dominik Kugler, Simon Metzger und Jeremy Rösch; es kamen Seref Sözer, Paolo Lamanna und Artin Mirkamrani ins Spiel. (Günding hatte bereits gegen Ende der ersten Halbzeit erstmals gewechselt; für den verletzten Popovic war Bittner zum Einsatz gekommen.) Die Gäste hatten schon bald wieder ihre Gelegenheiten. Gegen Seref Sözer klärte Bachhuber ins Toraus, aber der Schiri gab Abstoß (46.). Wenige Minuten danach ergab sich aus einem Freistoß wegen Abseits ein schöner Angriff der Sollner, in dessen Verlauf Venter Artin Mirkamranis für Paolo Lamanna gedachte Vorlage ins Toraus klärte. Nach dem Eckball pfiff der Schiri aus unklarem Grund (52.). Beim Steilpass von Bachhuber auf Penk befand dieser sich im Abseits; zum Glück fiel die Sollner Hintermannschaft auf den ausgebliebenen Pfiff nicht herein und klärte ins Toraus (Eckball ins Seitenaus geklärt/53.).
Michi Schmid brachte die Gäste mit einer tollen Klärungsaktion nach Einwurf wieder in Ballbesitz, worauf Malik Dedic einen ebenso tollen Steilpass abzog, der leider unerreichbar für die Mitspieler war (54.). Auch Benni Minov war immer willens und in der Lage, den Platzherren das Spielgerät abzunehmen. Unglücklicherweise konnte der kurz zuvor für Tristan Römpp eingewechselte Alex Metzger (54.) Minovs Diagonalpass nicht annehmen; Keeper Kilmarx war schneller (56.). Ebenso wenig war der Gündinger Konter von Erfolg gekrönt. Die Sollner hätten sich danach gewünscht, dass der Schiedsrichter nicht so sparsam mit dem Verteilen von Karten ist. Bei einem Foul an Michi Schmid kam der „Übeltäter“ ohne Verwarnung davon; an dem Ballverlust nach dem Freistoß waren die Gäste natürlich selbst schuld (58.). Sehr empfänglich hingegen war der Schiedsrichter für alle Arten von „Schmerzensäußerungen“ der heimischen Spieler; fast immer ging er von einem Sollner Foul aus, so in der 59. Minute (Roth). Bachhubers Freistoß parierte David Langen im Fallen (60.).
Ein wenig zu ungestüm ging Flügelstürmer Seref Sözer gegen den Gündinger Kapitän Riedl vor; die Schiedsrichterentscheidung auf „Offensivfoul“ war nicht zu beanstanden (61.), sehr wohl aber der Abseitspfiff gegen Sözer 5 Minuten später. Der schnelle Sollner kam eindeutig von hinten angelaufen (66.). Auch der Gegenangriff wurde abgepfiffen, warum war unklar. Dann vergingen ein paar Minuten ohne nennenswerte Szenen, wenn man von der tollen Klärungsaktion von Niek Khazali gegen den eingewechselten Uygun absieht (70.). Dann wurde es sozusagen aus heiterem Himmel zappenduster für die Gäste. In der 73. Minute hatten diese einen Angriff ins Toraus abgewehrt, ebenso den ersten Eckball. Für die Parade beim zweiten Eckball wollte man Keeper David Langen schon beglückwünschen, als der gerade erst eingewechselte Weingärtner von hinten herankam und den zweiten Ball zur 1:0-Führung verwandelte (74.). Die Glückwünsche wandelten sich in Kritik, da Langen den Ball ja fatalerweise nach vorne abgewehrt hatte.
Jetzt blieb den Sollnern noch eine reichliche Viertelstunde, um sich gegen den Rückstand zu stemmen. Der Abschluss einer schönen Ballstafette (Sözer, Lamanna, Campe, M. Dedic) misslang, denn Paolo Lamanna erreichte das runde Leder nicht (76.). Einen Freistoß von Niek Khazali machten Keeper Kilmarx und der eingewechselte Strixner gemeinschaftlich zunichte (78.). Wegen eines eher harmlosen Fouls sah Sollns Abwehrmann Michi Schmid wenig später Gelb; eine Entscheidung, die Folgen nach sich ziehen sollte (79.). Vor der Ausführung des Freistoßes durch Weingärtner wechselte Gästetrainer Licastro letztmals. Roman Hof ersetzte als 5. Einwechselspieler Benni Minov, während der anstelle von Malik Dedic zurückgekehrte Simon Metzger die Hoffnung auf einen Offensiverfolg in den Schlussminuten am Leben erhalten sollte (80.).
Vorläufig waren die Gäste allerdings vielmehr in der eigenen Hälfte beschäftigt. Der erst nach dem Wechsel ausgeführte Freistoß von Riedl auf Grund des Fouls von Schmid blieb wegen Abseitsstellung von Yenisu freilich wirkungslos (80.). Ein weiterer Angriff landete neben dem Sollner Gehäuse (82.). Dann aber nahm Popovic dem allmählich müder werdenden André Metzger die Kugel ab, so dass Johannes Campe per Kopf ins Toraus klären musste. Den Eckball wehrte Artin Mirkamrani per Kopf ab; der Nachschuss verfehlte sein Ziel (83.). Ein paar Minuten später gab es wieder Freistoß, weil ein Spieler der Heimelf zu Boden gegangen war. Nach dem Freistoß konnte Johannes Campe gegen Popovic ins Toraus klären, und den Eckball lenkte die Verteidigung ins Seitenaus ab. Dort war der Ball fürs Erste weg und brauchte recht lange, um wieder aufzutauchen. Die Gastgeber ließen sich ungebührlich viel Zeit bei der Ausführung des Einwurfs. In diesem Zusammenhang muss Paolo Lamanna nervös geworden sein, so dass er die nächste gelbe Karte für die Gästeelf sah, aber auch sein Gegenspieler Winkler wurde mit einer Verwarnung bedacht (86.).
Die weiteren Bemühungen der Gäste fruchteten erst einmal nicht. Im Gegenteil hatten die Hausherren kurzzeitig Rückenwind. Mit einer tollen Fußabwehr gegen Popovic verhinderte David Langen zu Beginn der Nachspielzeit einen höheren Rückstand (90.+1). Quasi in einem letzten Aufbäumen versuchte sogar Verteidiger Michi Schmid einen Vorstoß. Der robuste Sollner leistete sich jedoch ein Offensivfoul, für das er Gelb-Rot sah, wobei die zweite Karte eher ihre Berechtigung hatte als die erste (90.+2). Der Platzverweis passte irgendwie zu dem aus Gästesicht verkorksten Spiel, in dem „natürlich“ niemanden mehr der Ausgleich gelang.
Die Gäste hatten während des laufenden Spiels die Erwartungen ja schon zurückgeschraubt, doch dass man gänzlich punktlos nach Hause fahren musste, stimmte alle recht traurig, da die Niederlage nicht unabwendbar war. Einen Entschuldigungsgrund können die Spieler dennoch für sich in Anspruch nehmen. In Anbetracht des im Vergleich zu dem Klasse-Rasen in Karlsfeld mehr als schwierigen Untergrunds haben sie möglicherweise einen niedrigeren Gang eingelegt. Nun aber gilt es nach vorne zu schauen. Bevor am kommenden Sonntag im nächsten Ligaspiel die SpVgg Feldmoching zu Gast in Solln sein wird, müssen die Jungs bereits am Dienstagabend im Pokal-Viertelfinale – ebenfalls zu Hause – gegen den Tabellendritten der Bezirksliga Süd, den SV Waldeck-Obermenzing, ran. Wir erwarten eine Partie, in der der TSV Solln nur positiv überraschen kann, und hoffen trotz der späten Stunde (Anpfiff 20 Uhr) auf die Unterstützung zahlreicher Zuschauer.
27.09.26: Kreisliga München – 6. Spieltag – SV Günding – TSV Solln I 1:0 (0:0)
TSV Solln: Langen, Minov (80. Hof), Campe, Römpp (54. Alex Metzger), Simon Metzger (46. Lamanna), André Metzger, Kugler (46. Sözer), Schmid, Malik Dedic (80. Simon Metzger), Khazali, Rösch (46. Mirkamrani) – außerdem im Kader: Herrlitz (ETW), Buergers, Lejs Dedic, Schubert
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Schmid (79./Foul), Lamanna (88./Unsportlichkeit)
Gelb-rote Karte: Schmid (90.+2/wdh. Foul)
Eva Ankenbauer

