Wichtiger Dreier – TSV Solln gewinnt 3:2 im Zitterspiel gegen TSV Gräfelfing

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Gräfelfing – moralischen Rückenwind verschafft haben. Leider hat sich Verteidiger Anton Buergers verletzt, so dass er für das Gräfelfing-Spiel (und wahrscheinlich darüber hinaus) passen musste. Bei Malik Dedic lag zum Glück nur eine berufsbedingte Verhinderung vor. Dafür war sein Bruder Lejs ebenso wie Paolo Lamanna und Chris Hassinger wieder gesund und einsatzbereit. Leon Schubert und Urlaubsrückkehrer Johannes Campe gesellten sich zu ihnen auf der Bank. Anstelle von Maximilian Hassinger hütete dieses Mal Fabian Greindl das Tor, und auch Paul Kult – wieder genesen, aber noch mit Trainingsrückstand – tastet sich langsam wieder heran und stand als Back-up für Fabian Greindl im Kader.

Ein Blick auf die Tabelle verriet, dass beide Mannschaften dringend einen Sieg benötigten – Solln mit dem „rettenden Ufer“ im Blick und Gräfelfing mit dem Abstiegsgespenst im Nacken. Theoretisch waren also die Platzherren im Vorteil. Schon früh erarbeiteten sich die Sollner nach einem Einwurf von Jeremy Rösch eine Gelegenheit. Tristan Römpp musste zunächst der gegnerischen Abwehr den Vortritt lassen, doch Simon Metzger legte den zweiten Ball für Benni Minov vor, dessen Schuss knapp links am Tor vorbeiging (4.). Den Gegenangriff wehrte Alex Schrank gegen Postmeyer ins Toraus ab; bei Yalcins Eckball setzte Fabian Greindl beide Fäuste ein (5.). Bald zeigten die Gräfelfinger eine gewisse Gefährlichkeit. In der 11. Minute belagerten sie das Tor der Gastgeber. Erst klärte Michi Schmid einen Querpass der Nr. 21 ins Seitenaus, dann köpfte Benni Minov Münchs Einwurf ins Toraus. Yalcins Eckball wehrte Artin Mirkamrani zwar ab, doch Träder kam mit dem Kopf ran; zum Glück für Solln verfehlte er knapp das Gehäuse. Der an sich schöne Gegenangriff brachte nichts ein (12.).

Nicht lange danach prallte André Metzger mit dem Gräfelfinger Kapitän Mitrov zusammen, was Schiri Eisenreich als Foul von Metzger wertete. Yalcins weiter Freistoß flog neben das Gehäuse (14.). Die Heimmannschaft hatte ihrerseits alle Mühe, vors gegnerische Tor zu kommen. In der 18. Minute hatte Niek Khazali nach Foul an Benni Minov eine Freistoßchance, doch sein Schuss geriet zu hoch. An der tollen Balleroberung von Tristan Römpp in der Box ließ die Gästeabwehr den Sollnern nicht lange Freude (19.). Vielmehr machte Gräfelfing auf der anderen Seite ordentlich Druck. Verschiedentlich musste die heimische Abwehr eingreifen. Nach einem zunächst von Benni Minov abgewehrten Einwurf schoss Münch links am Tor vorbei (21.). Von einem gedrehten Freistoß profitierten die Gäste nicht; Postmeyers schwacher Weitschuss stoppte Fabian Greindl mit dem Fuß (23.). Gleich darauf beförderte Münch nach Balleroberung die Kugel in Richtung Tor, doch Greindl war vor Träder da.

Es war noch nicht einmal eine halbe Stunde vorüber, als Trainer Licastro sich gezwungen sah, den seit der Kollision in der 13. Minute merklich gehandicapten André Metzger durch Johannes Campe zu ersetzen (27.). Nur ein paar Sekunden später bekam Campe die Härte seines Kontrahenten Yalcin zu spüren. Niek Khazali führte den Freistoß zwar von einer aussichtsreichen Position – halbrechts vom Strafraum – aus, doch der lange Thiessen klärte. Danach dauerte es einige Minuten, bis für die Gastgeber wieder einmal durch eine Balleroberung von Jeremy Rösch eine gute Gelegenheit heraussprang. Die leicht verspätete Abgabe von Benni Minov verursachte allerdings eine minimale Abseitsstellung von Niek Khazali (31.). Für eines sorgte diese verhinderte Chance jedoch: das Sollner Spiel gewann etwas an Qualität. Der Gästekeeper schnappte sich einen Ball unmittelbar vor Simon Metzger, dann drehte Benni Minov das Spiel und der Ball ging über Kapitän Tristan Römpp zu dem aufgerückten Roman Hof, doch Michael Wagner klärte ins Toraus. Simon Metzgers Eckball wurde abgefangen, dann konnte Artin Mirkamrani mit all seinem Einsatz nicht verhindern, dass die Gästeelf das Spielgerät weiter in ihren Reihen hielt. Erst Benni Minov klärte kraftvoll ins Seitenaus. Die Situation nach dem Einwurf hätte problematisch werden können, doch Kapitän Mitrov schoss über das Tor (34.). Einmal mehr war es Mittelfeldmann Benni Minov, der mit einer Balleroberung seinen Sollnern den Weg nach vorne bahnte, dieses Mal für Simon Metzger, der aber gegen den Gräfelfinger Kapitän den Kürzeren zog. Doch auch Niek Khazalis Eckball hatte es in sich. Leider landete Tristan Römpps Kopfball im Toraus (36.). Knapp ausgebremst wurde Simon Metzger nach längerem Sollner Ballbesitz vom Gästetorhüter (39.). Im Gegenzug erzielte Heilmann nach Zuspiel von Postmeyer die überraschende 0:1-Führung für Gräfelfing, allerdings aus deutlicher Abseitsstellung, wie die meisten Zuschauer gesehen hatten, nicht aber offensichtlich das Schiedsrichtergespann (40.).

Die Hausherren ließen sich von dem Gegentreffer jedoch nicht entmutigen. Bald nach dem Anstoß schickte Jeremy Rösch einen Steilpass auf Simon Metzger los, doch Verteidiger Obkirchner war da und klärte ins Toraus. Nach Simon Metzgers Eckball pfiff der Schiri die Aktion vor dem Tor ab; ob wegen Abseits oder wegen Offensivfouls, war unklar (41.). Die Schlussphase entwickelte sich ein wenig hitzig. Benni Minov foulte Yalcin in der Drehung; nichts Schlimmes, aber Minov sah dafür Gelb. Yalcin durfte trotz Behandlung durch einen Betreuer auf dem Feld bleiben, da ja ein geahndetes Foul vorgelegen hatte, wie der Schiedsrichter erklärte (44.). Thiessens Freistoß war bei Fabian Greindl in sicheren Händen (45.). In der Nachspielzeit sah auch noch Johannes Campe den gelben Karton, weil er seinen Gegenspieler unübersehbar und mehrfach am Trikot gezogen hatte (45.+1). Campes Kopf bremste dann Yalcins Freistoß derart, dass Fabian Greindl ungehindert zugreifen konnte (95.+2); danach war Pause, und Solln ging mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten beließ der Sollner Trainer Guido Licastro seine Mannschaft in derselben Aufstellung wie vor der Pause, während bei Gräfelfing Ferdinand Wagner anstelle von Träder auflief. Nach einem schnell beendeten Gästeangriff übernahmen die Hausherren die Initiative. Kapitän Mitrov klärte Johannes Campes Diagonalball vor Niek Khazali ins Toraus. An Khazalis Eckball waren außer Alex Schrank noch weitere Sollner mit dem Kopf dran, aber die Defensive der Auswärtself blieb Sieger. Gleich darauf drehte Niek Khazali das Spiel, doch der Ball prallte an Benni Minov ab und ging ins Toraus (47.). Nicht lange danach hatten die Sollner den Ball wegen eines Fouls von Heilmann an Rösch wieder. Aus Roman Hofs Freistoß entstand ein sehenswerter Angriff, nur befand sich Simon Metzger am Ende bei der Ballannahme im Abseits (48.). Das Sollner Fanlager spürte aber förmlich die guten „Vibes“ in der Mannschaft. Alex Schrank drehte den vom Keeper ausgeführten Freistoß, Niek Khazali leitete den Ball zu Tristan Römpp weiter, welcher zu Simon Metzger durchstach. Diesmal passte das Timing; Metzger musste nur noch den Spieler mit der Nr. 21 umkurven, bevor er souverän zum 1:1 ausgleichen konnte (49.).

Kurze Zeit später wehrte Keeper Fabian Greindl einen Angriff der Gäste „volleyballmäßig“ ab. Beim Versuch, den Ball endgültig zu parieren, stellte sich ihm Heilmann etwas grenzwertig in den Weg. Glücklicherweise nahm Greindl keinen größeren Schaden (52.). Die Gastgeber zündeten nun ein Chancenfeuerwerk, wenn auch vorerst ohne zählbaren Erfolg. Alex Schrank versuchte es einfach mal per Weitschuss (Toraus/53.), und Simon Metzger scheiterte nach Doppelpassspiel mit Tristan Römpp an einem gegnerischen Abwehrspieler. Metzgers ersten Eckball beförderte Verteidiger Obkirchner so gerade noch mit der Hacke ins Toraus, und der zweite Eckball traf auf einen Gräfelfinger Kopf. Benni Minov setzte per Drehschuss nach, verfehlte aber das Gehäuse (55.). Einen neuerlichen Vorstoß, dieses Mal von Artin Mirkamrani nach Zuspiel von Alex Schrank, wehrte der Gräfelfinger Keeper per Fuß ab. Viel gefährlicher war jedoch der Angriff der Gäste durch den eingewechselten Ferdinand Wagner im Gegenzug. Abwehrmann Michi Schmid hatte Wagner ziehen lassen müssen, und der lief ungebremst auf Fabian Greindl zu. Mit einer Monster-Fußabwehr verhinderte Greindl die erneute Führung von Gräfelfing (Nachschuss Münch knapp ins Toraus/56.). Kurz darauf pfiff der Unparteiische einen weiteren Angriff der Gäste ab; angeblich hatte Heilmann im Abseits gestanden, was allerdings recht eng war.

Wenige Minuten später – die Gäste hatten zwischenzeitlich etwas „Oberwasser“ bekommen – wechselte der Sollner Coach Abwehrmann Chris Hassinger für den mit Gelb belasteten Johannes Campe ein (60.). Hassinger war sogleich Teil der Mauer bei der Ausführung von Yalcins Freistoß nach einem vorangegangenen Foul. Die Mauer musste aber nicht eingreifen, da Fabian Greindl direkt hielt. Unschön war jedoch, dass Greindl schon wieder angegangen wurde; dieses Mal vom Gräfelfinger Kapitän. Greindl verschnaufte kurz und konnte dann weiterspielen. Allmählich wollten es die Hausherren aber „wissen“ und legten los. Einen Freistoß von Benni Minov konnte Niek Khazali nicht im Tor unterbringen (63.), aber Solln war endgültig „heiß“. Postmeyer blieb bei einem Abwehrversuch eher unabsichtlich an Simon Metzger hängen, der vorläufig noch weiterspielen konnte (64.). Solln war durch eine schöne Balleroberung von Niek Khazali wieder in Ballbesitz, und die Kugel lief erst zwischen Roman Hof und Benni Minov hin und her, bevor Simon Metzger eingriff und nur wenige Meter quer zu Tristan Römpp passte. Der konnte gar nicht mehr anders als geradeaus zur 2:1-Führung einzuschieben; Thiessen hatte dem nichts entgegenzusetzen (65.).

Nun waren die Gastgeber endgültig spielbestimmend. Gegen Artin Mirkamrani musste Yalcin ins Toraus klären; im Anschluss an Mirkamranis Ecke und Schranks Kopfball verfehlte Roman Hof das Gehäuse (67.). Entscheidend war aber in dieser Phase, dass sich die Sollner keinen Lapsus leisten. Nach einem Sollner Einwurf ging Alex Schrank mit einem Rückpass ein gewisses Risiko ein, doch Fabian Greindl bereinigte die Situation per Fuß (68.). Kurze Zeit später durfte der in diesem Spiel mit einem Treffer und einem Assist äußerst effektive Simon Metzger Feierabend machen; für ihn nahm Lejs Dedic positionsgenau seine Tätigkeit auf. Gleichzeitig ging bei Gräfelfing Heilmann raus und Fischer rein (70.). Bald nach seiner Einwechslung hätte Dedic beinahe einen Ball von Niek Khazali annehmen können, doch Thiessen klärte rechtzeitig (71.). Dann brannte es plötzlich wieder auf der Gegenseite. Benni Minov hatte ins Seitenaus geklärt, und Münch warf ein. Alex Schrank klärte im Strafraum; Michael Wagners kraftvoller Nachschuss verfehlte Greindls Tor (71.). Wegen eines Handspiels von Ferdinand Wagner wurde den Gastgebern ein Freistoß zugesprochen. Benni Minov führte diesen aus, doch Thiessen wehrte den Ball vor Tristan Römpp ins Toraus ab. Der Eckball bringt zwar den Sollnern nichts ein, führt aber zu einem gefährlichen Konter durch Münch, weil Niek Khazali zwischenzeitlich „kampfunfähig“ ist. Die Gastgeber haben freilich Glück; der Ball geht am Tor vorbei. Es sah fast danach aus, als ob der Ball noch Greindls Fuß gestreift hätte, aber der Schiedsrichter gab Abstoß (73.).

Besser lief es gleich darauf für Solln. Benni Minov hatte einen Ball zurückerobert und zu Artin Mirkamrani gespielt. Der legte quer für Niek Khazali, der seinerseits aus spitzem Winkel neben den langen Pfosten zum 3:1 einnetzte (74.). Kurz darauf durften sich Leon Schubert und Paolo Lamanna ans Werk machen. Benni Minov und Tristan Römpp hatten ihres vollendet und machten Feierabend; Niek Khazali war jetzt Kapitän (77.). Erst nach dem Wechsel führte Artin Mirkamrani den Freistoß wegen eines vorangegangenen Fouls an Niek Khazali aus; der brachte freilich nichts ein (77.). Bei den Gräfelfingern versuchte es erst Ferdinand Wagner vergeblich gegen Fabian Greindl, dann zog Fischer ab und Greindl musste sich ordentlich strecken. Auch gegen Münch nach Zuspiel von Postmeyer war Greindls Einsatz gefragt (78.). Unfreiwillig stand wenige Minuten später der über weite Strecken bärenstarke Sollner Keeper im Fokus. Nach einem Rückpass von Alex Schrank ließ er sich ein bisschen zu lange Zeit mit dem Abstoß. In der Zwischenzeit hatte sich der gerade erst eingewechselte Yushchenko herangeschlichen und seinen Fuß gegen den Ball gehalten, was den 3:2-Anschlusstreffer bedeutete (81.). Greindl befindet sich als Torhüter in illustrer Gesellschaft. Die Sollner kennen die einschlägige Story natürlich und nahmen das Missgeschick mit Humor.

Die Gäste versuchten zwar noch zum Ausgleich zu kommen, doch hierbei lief alles im Sinne der Sollner. Diese vermochten freilich auch nicht mehr, aber auch nicht weniger, als das – äußerst wichtige – Ergebnis bis zum Schlusspfiff zu halten, hatten dabei aber nebenbei bemerkt etwas Dusel. Zum Beispiel verfehlte der gerade erst eingewechselte Evers in der 88. Minute das Zuspiel von Yushchenko, so dass der Ball im Toraus landete. Kurz vor dem Schlusspfiff hatte Fabian Greindl einen mittigen Freistoß von Yalcin sicher. So blieben die 3 Punkte in Solln, so dass man derzeit auf Platz 23 steht und nur 1 Punkt Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz hat. Diesen möchten die Sollner als Minimalziel natürlich gerne erreichen und wollen die Grundlage hierfür schon am kommenden Sonntag erneut zu Hause gegen den TSV Moosach-Hartmannshofen erarbeiten. Besagter Gegner ist allerdings laut seinem Tabellenstand (7. mit 6 Siegen) vermutlich eine größere Nummer als Gräfelfing. Spannend wird es so oder so werden.

Das ansprechende 2:2-Unentschieden beim FC Schwabing am vergangenen Sonntag dürfte der Sollner Ersten für die wichtige Aufgabe – Heimspiel gegen den alten Bekannten TSV
TSV Solln: Greindl, Hof (84. Campe), Schrank, Minov (77. Schubert), Römpp (77. Lamanna), Simon Metzger (70. Lejs Dedic), André Metzger (27. Campe, 60. Chris Hassinger), Mirkamrani, Schmid, Khazali, Rösch – außerdem im Kader: Kult (ETW)

18.10.26: Kreisliga München – 9. Spieltag – TSV Solln I – TSV Gräfelfing 3:2 (0:1)

Tore: 1:1 Simon Metzger (49./Assist: Römpp), 2:1 Römpp (65./Assist: S. Metzger), 3:1 Khazali (74./Assist: Mirkamrani)

Gelbe Karten: Minov (44./Foul), Campe (45.+2/Halten), Mirkamrani (90.+3/Foul)

Eva Ankenbauer