Durch den letztlich erfolgreichen Kraftakt im Relegationsrückspiel im Juni kann sich die Erstvertretung des TSV Solln in der Saison 2026/27 in das Abenteuer „Kreisliga München Champions League“ „stürzen“ – mit zum Teil völlig unbekannten Gegnern und weiten Anfahrten zu den Auswärtsspielen. Zu Hintergrund und Modus der aus den bisherigen KL 1-3 – bestehenden „Einheitsliga“ wurde in den einschlägigen Portalen ausführlich berichtet. Da das Ziel die Reduzierung der Anzahl der Kreisligen von drei auf zwei ist, sind die Vereine stärker denn je gefordert, um zum Saisonende über dem Strich für den Klassenerhalt zu stehen.
Am 1. Spieltag fanden die Sollner mehr oder weniger Bekanntes vor. Gespielt wurde zu Hause, und den FC Teutonia hatte man in der vergangenen Spielzeit schon kennenlernen dürfen, wobei die Erinnerungen an das Rückspiel beim aktuellen Gegner nicht die besten sind. Sprich: Teutonia hatte sich als Aufsteiger recht schnell stabilisiert und nicht nur den TSV Solln in die Schranken verwiesen. Einige bekannte Namen von damals waren auch in der neuesten Mannschaftsaufstellung zu lesen, wenn die Gäste auch – ebenso wie die Sollner – unter einem gewissen „sommerlichen Schwund“ zu leiden schienen und ebenfalls nur 4 Ersatzspieler auf der Bank hatten.
Bei Solln fehlten einige wichtige Spieler, die aber in absehbarer Zeit wieder zurück sein dürften. Viel schlimmer ist die mannschaftsübergreifende „Verletzungsseuche“ bei den Torhütern, von denen momentan nur Paul Kult – nach dem Rücktritt von Maximilian „Hasso“ Hassinger die neue Nr. 1 – anwesend und einsatzfähig ist. Lukas Zoia, Keeper Nr. 2 der Ersten, der im Lauf der Vorbereitungsrunde zusehends an Sicherheit gewonnen hatte, ist nur einer der Ausfälle, und zwar wegen einer beim Aufwärmen vor dem Spiel der zweiten Mannschaft am vergangenen Wochenende erlittenen Armverletzung. So hieß es die Daumen drücken, dass Paul Kult die 90 Minuten ohne Blessuren übersteht.
Die Gastgeber starteten mit dem positiven Gefühl nach zwei, wenn auch gegen unterklassige Gegner, gewonnenen Pokalspielen in die Partie. In der Anfangsphase erarbeiteten sie sich ein paar Gelegenheiten, ohne diese jedoch durchzubringen. In der 7. Minute eröffnete Dominik Kugler einen schönen Spielzug mit einem Querpass auf Simon Metzger, der wiederum Johannes Campe bedienen wollte. Der erfahrene Teutonia-Schlussmann Patrick Jeske fackelte nicht lange und rannte den Sollner quasi um, aber der Unparteiische war der Meinung, Campe sei zu früh gefallen. Es war also nichts mit einem Strafstoß und einer möglichen Führung für Solln. Die Teutonia wurde zusehends stärker, so dass die Platzherren mehrmals klären mussten. Als eine reichliche Viertelstunde vorüber war, flog Keeper Paul Kult aus dem Tor, aber der Ball war noch frei, so dass Yannik Böhm diagonal zum 0:1 einnetzen konnte (17.).
In der folgenden Situation sah es fast danach aus, als ob die Sollner den sofortigen Ausgleich schaffen könnten. Dominik Kuglers Querpass wurde ins Toraus abgewehrt, Lejs Dedic nahm Niek Khazalis Eckball an, aber die Gästeabwehr klärte abermals. Den zweiten Eckball köpfte der aufgerückte Verteidiger Michael Schmid leider übersTor (19.). Einige Minuten später zappelte ein Ball von Malik Dedic tatsächlich im Netz, aber vorher hatte der Schiri schon abgepfiffen (28.). In der Folge hatten die Gastgeber mit einem gewissen Chancenübergewicht der Teutonia zu kämpfen, aber sie verteidigten mit Mann und Maus. Michi Schmid, dieses Mal die auffälligste Figur in der Defensive, machte etliche Gelegenheiten zunichte und sorgte für Balleroberungen für die Heimelf, was z.B. Yannik Böhm mit einem zu rustikalen Einsteigen verhindern wollte (Gelb in der 32. Minute).
Die Sollner Jungs ackerten eifrig, um vor Ende der ersten Halbzeit wenigstens noch auszugleichen und erst recht kein weiteres Gegentor zu kassieren; das ging nicht ohne das eine oder andere Foul ab, so dass Simon Metzger (34.), Malik Dedic (43.) und Paolo Lamanna (45.+1) mit Gelb belastet in die Pause gingen. Bis dahin setzten die Teutonen die Gastgeber in verschiedenen Szenen unter Druck. Michi Schmid klärte einen Konter ins Seitenaus (30.), den Ball von Yannik Böhm köpfte ein Mitspieler ins Toraus (31.), und nach einer Einwurfsituation (Castagné auf Kock) bekam Yannik Böhm abermals den Ball und zog ab, aber Paul Kult war zur Stelle (33.). Der Sollner Schlussmann entschärfte bald danach auch einen Konter der Teutonia per Fuß (33.). Etwas Dusel hatten die Hausherren, als Jakob nach Zuspiel von Henry Böhm verzog und nur ins Toraus traf (35.). Noch mehr Glück war aus Sicht der Sollner im Spiel, als Castagné einen Drehschuss an den Pfosten setzte (45.). Nicht lange danach musste Michi Schmid einmal mehr eingreifen; er wehrte einen Freistoß von Yannik Böhm nach Foul von Paolo Lamanna per Kopf ab (45.+2).
Die Versuche der Sollner vor dem gegnerischen Tor waren meist nicht zwingend genug, um erfolgreich zu sein – schon gar nicht bei einem Torhüter von Patrick Jeskes Format als Gegenüber, der unter anderem das Zuspiel von Benni Minov auf Simon Metzger unterband (34.). Den steilen Schuss von Paolo Lamanna klärte Castagné ins Seitenaus (38.), ebenso den Ball von Dominik Kugler (40.). Das Nachsehen gegen die Teutonia-Defensive hatte zunächst Lejs Dedic beim Zuspiel von Johannes Campe. Die heimischen Spieler holten den Ball zurück, doch wieder war es die Abwehr der Gästemannschaft, die den Sollnern – dieses Mal in Person von Malik Dedic – die Tour vermasselte und ins Toraus klärte. Aus dem Eckball von Malik Dedic entwickelte sich der Konter, der mit dem oben beschriebenen Drehschuss an den Pfosten endete (45.). Nach einer längeren Ballbesitzphase der Heimelf schickte Kapitän Basti Jell einen Steilpass auf Lejs Dedic los, aber Keeper Jeske war als Erster am Ball (45.+1). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff führte Niek Khazali hinter der Mittellinie einen diagonalen Freistoß aus, und Lejs Dedic eilte zur Ballannahme herbei. Jeske jedoch rumpelte ohne Rücksicht auf Verluste in Dedic rein, ohne dass dies eine Bestrafung nach sich gezogen hätte. Dass das Sollner Lager mit Verständnislosigkeit reagierte, versteht sich.
Die zweite Hälfte war noch keine 3 Minuten alt, als die durchaus motivierten Sollner in alte Muster verfielen und im Spielaufbau den Ball herschenkten. Kock sagte danke und markierte das 0:2 gegen den chancenlosen Sollner Keeper (48.). Kurze Zeit später waren die Gastgeber heiß auf den Anschlusstreffer; Simon Metzger spielte zu Malik Dedic, der den Ball querlegte. Die Teutonia-Abwehr reagierte, aber Niek Khazali gab die Antwort – leider flog die Kugel weit über das Tor (49.). Danach hatte Lejs Dedic zwei Mal das Nachsehen gegen Keeper Jeske; erst beim Steilpass von Johannes Campe (Fußabwehr/52.), dann beim Zuspiel von Benni Minov (53.). Eine an sich schöne Aktion von Basti Jell auf Malik Dedic endete wie so oft bei Jeske (54.).
Zwei Minuten später nahm Trainer Guido Licastro den ersten Doppelwechsel vor. Paolo Lamanna und Benni Minov gingen raus; Antonio Araujo und Leon Schubert nahmen ihre Arbeit auf (56.). Der aus einem Seitenaus vor dem Wechsel resultierende Einwurf setzte zwar einen Angriff der Teutonia in Gang, aber Basti Jell und Paul Kult reagierten gut (56.). Nicht auf einen Lapsus des Gästetorwarts eingestellt waren Lejs Dedic und Co.: Jeske ließ Lejs Dedics Ball fallen, konnte ihn aber schließlich festhalten (57.). Danach entspann sich ein Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften. Wieder einmal sah es aus, als ob bald ein Sollner Treffer zu bejubeln sein würde. Ein toller Querpass von Malik Dedic nach ebenso toller Ballstafette über mehrere Stationen wurde von Gkasimpagiazov ins Toraus abgewehrt, und der eingewechselte Lovic klärte Malik Dedics Eckball (60./61.). Wenig später musste man Niek Khazali ein wenig vorwerfen, einen Steilpass ohne Abnehmer abgezogen zu haben; Jeske gab sich natürlich keine Blöße (63.). Umso besser lief Khazalis Rückholaktion nach einer abgewehrten Ecke von Antonio Araujo. Malik Dedic und Basti Jell stürmten aussichtsreich in Richtung Tor, aber Jeske klärte per Fuß (67.).
Wegen eines kuriosen Fouls holte sich Basti Jell eine gelbe Karte ab. Am Boden liegend versuchte er zwei Mal vergeblich, den Ball wegzuspitzeln. Beim dritten Mal traf er dann das Bein eines Gegenspielers. Der Versuch war es jedenfalls wert. Und mit dem Freistoß von Lovic wurde Paul Kult fertig (70./71.). Mehr als unglücklich hingegen lief es eine Minute später für Solln. Henry Böhm drehte Malik Dedics Einwurf und Kock schaltete sich ein. Dominik Kugler klärte zunächst sehenswert, doch Kock brachte den Nachschuss zum 0:3 im Sollner Kasten unter (73.). Nach der Rückeinwechslung von Paolo Lamanna für Simon Metzger (73.) hätte es um ein Haar nochmals gescheppert; glücklicherweise traf Yannik Böhm nur das Außennetz (74.). Ebenso wenig konnte Schöffmann bei der Annahme eines Freistoßes „punkten“; er verstolperte und Keeper Kult hatte den Ball (76.).
Als nicht einmal mehr 10 Minuten in der regulären Spielzeit verblieben, machte sich der Kräfteverschleiß bei den Sollnern bemerkbar. Malik Dedic schaffte es nicht, den schönen Freistoß von Niek Khazali zu kontrollieren, sondern bombte den Ball weit über die Latte (81.). Weitaus besser machte es der jüngere Bruder Lejs, der einen weiteren Ball von Niek Khazali sauber annahm und Keeper Jeske zu einer Parade ins Toraus zwang (82./2 Eckbälle bringen nichts ein). Einige Minuten darauf haderten die Sollner nochmals mit dem Schiedsrichter. Niek Khazali wurde im Strafraum gelegt und spürte die schmerzhaften Folgen, nur der Schiri war der Meinung, dass das „nichts“ war. Im Gegenzug schwamm sich die Teutonia quasi frei. Den ersten Ball konnte Paul Kult abwehren, aber nicht halten, und Jakob ließ sich die Gelegenheit zum 0:4 nicht entgehen (87.). So stand am Ende wieder das gleiche Katastrophenergebnis zu Buche wie im Rückspiel der Vorsaison – etwas zu deutlich gemessen am Spielverlauf. Die Einwechslungen der beiden noch „Frischen“ – Artin Mirkamrani und Jeremy Rösch anstelle von Niek Khazali und Malik Dedic (89.) kamen zu spät, als dass die Beiden noch am Resultat hätten drehen können.
Gelegenheit zur Wiedergutmachung wird es für die Sollner am kommenden Sonntag auswärts beim TSV Allach 09 geben, vielleicht schon mit dem einen oder anderen Urlaubsrückkehrer im Kader. Allach ist allerdings ungleich besser in die neue Saison reingekommen: es gab einen 3:0-Sieg in Steinhöring. Trotz des ungewohnten Wegs freuen sich die Jungs sicher über jeden einzelnen Fan, der sie anfeuert.
23.08.26: Kreisliga München – 1. Spieltag – TSV Solln I – FC Teutonia Mch. 0:4 (0:1)
TSV Solln: Kult, Minov (56. Araujo), Campe, Lamanna (56. Schubert), Simon Metzger (73. Lamanna), Leis Dedic, Kugler Schmid, Malik Dedic (89. Mirkamrani), Jell, Khazali (89. Rösch)
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: S. Metzger (34./Foul), M. Dedic (43./Foul), Lamanna (45.+1/Foul), Jell (70./Foul), Campe (85./Reklamieren), Schubert (90./Foul)
Eva Ankenbauer


