Solln dreht 2-Tore-Rückstand in Halbzeit 2 – später Ottobrunner Elfmeter kostet Sieg

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Vor einer Woche war die erste Mannschaft des TSV Solln nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen den SV Zamdorf hinausgekommen. Was aber positiv hängen blieb, war die Beharrlichkeit, mit der zwei Mal ein Rückstand egalisiert worden war. Zum zweiten Heimspiel nacheinander empfing Solln den TSV Ottobrunn, der zuletzt wie auch Zamdorf der KL 3 angehört hatte. Erfreulicherweise war der Sollner Kapitän Basti Jell aus dem Urlaub zurück, so dass er sein Team wieder auf den Platz führen konnte. Dominik Kugler musste (ebenso wie Chris Hassinger) verletzungsbedingt passen, so dass Trainer Guido Licastro einige wenige Umstellungen vornehmen musste. Er brachte Paolo Lamanna und Artin Mirkamrani von Anfang an, während Roman Hof wieder als Ersatzspieler verfügbar war (neben Johannes Campe, Tristan Römpp sowie Alex und Simon Metzger).

Bereits in der Anfangsphase nahmen die Ottobrunner die heimische Defensive ordentlich unter Beschuss. Nur wenige Sollner Angriffe schafften es vor das gegnerische Tor, wie der von Lejs Dedic, der aber von Kis-Zsirai Sirchich ausgebremst wurde (2.). Kurz nachdem die Platzherren es wieder einmal nach vorne geschafft und immerhin eine Ecke herausgeholt hatten, war für Kapitän Basti Jell das Spiel schon zu Ende. Beim Aufkommen nach Kontakt mit dem herbeihechtenden Möbius hatte Jell sich das Knie verdreht und musste raus, während Möbius weiterspielen konnte. Eine erste Untersuchung im Krankenhaus ergab lediglich, dass nichts gebrochen ist. Ein MRT wird Anfang der Woche mehr Klarheit bringen. Vorläufig bleibt also nur, die Daumen zu drücken und auf eine nicht zu schwerwiegende Diagnose zu hoffen. Jedenfalls musste Tristan Römpp ran und übernahm die Kapitänsbinde (15.). Alex Schrank rückte in die Innenverteidigung. Die Situation, in der Jell sich verletzte, wertete der Schiri übrigens als Foul von ihm und gab Freistoß für Ottobrunn. Nun stürmten überwiegend die Gäste, die immer wieder des Spielgerät zurückeroberten. Eine tolle Abwehrleistung samt einem hervorragenden David Langen im Tor sicherten zunächst die Sollner „weiße Weste“.

Unverständlich spät (möglicherweise wegen Vorteil Solln) pfiff der Unparteiische, als Lejs Dedic den Arm eines Gegenspielers ins Gesicht bekommen hatte (21.). Allerdings ging anschließend das Spiel mit Einwurf für die Gastgeber weiter, ohne dass die vorausgehende Aktion Folgen für den Ottobrunner gehabt hätte. Zunächst konnte Dedic glücklicherweise weiterspielen. Jeremy Rösch bereitete mit besagtem Einwurf sogar eine Torgelegenheit für Niek Khazali vor, aber dessen Querschuss ging direkt ins Toraus (22.). Nach weiteren Chancen für die Auswärtsmannschaft, die die Sollner Hintermannschaft allesamt meisterten, kam Lejs Dedic nach Steilvorlage von Niek Khazali nochmals vors Tor, aber wieder war es Kis-Zsirai Sirchich, der den Ball kontrolliert zu Keeper Weßel spielte (27.).

Eine Minute später konnte Alex Schrank einen Ball von Schuderer ins Toraus abwehren, doch den Eckball von Kapitän Noah Jeremies drückte Tristan Jeremies mit dem Kopf zur 0:1 über die Linie, machte dabei allerdings schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Torpfosten (28.). In der Folgephase arbeitete Ottobrunn konsequent daran, die Führung auszubauen und zwang Solln in die Defensive. Zum Glück für die Platzherren traf Olbricht in kurzem Abstand zwei Mal nur ins Toraus (30./32.). Dann gab es doch ein paar Lichtblicke bei den Gastgebern, aber auch die Ottobrunner Abwehr machte keine Geschenke. So klärte Kis-Zsirai Sirchich Benni Minovs Ball vor Lejs Dedic ins Seitenaus (33.). Wenig später war es Sowa, der André Metzgers Ball ins Toraus abwehrte (34./Eckball bringt nichts ein). Einen anerkennenswerten Versuch unternahm Abwehrmann Michi Schmid per Weitschuss, aber der ging um Längen ins Toraus (36.). Ottobrunns Gegenangriff hätte indirekt ins Auge gehen können, da Keeper David Langen den Ball ins Toraus abprallen ließ. An Wittmanns Eckball war jedoch Benni Minov mit dem Kopf dran, und auch Alex Schrank hatte aufgepasst (38.). Aus einem Freistoß von Tristan Römpp wegen Fouls an Benni Minov entstand ein schöner Vorstoß der Hausherren über Alex Schrank quer zu Michi Schmid und der steil zu Paolo Lamanna, der wiederum quer ablegte. Freilich waren die gegnerischen Abwehrleute besser positioniert als die potenziellen Sollner Ballannehmer, so dass auch diese Gelegenheit verpuffte (38.).

Nicht viel besser erging es Lamanna bald darauf, als ihm Keeper Weßel Niek Khazalis Diagonalball vor der Nase wegschnappte (40.). Gleich danach war Artin Mirkamrani nach schönem Zuspiel von Alex Schrank vor dem Tor nicht energisch genug, so dass Eichner und sein Keeper den Ball ohne Mühe kontrollieren konnten (41.). Eine der unzähligen Balleroberungen der Gästemannschaft (durch Münster) brachte David Langen etwas in Bedrängnis; beim Versuch abzuwehren prallte er mit Olbricht zusammen und blieb zunächst liegen. Es war aber nicht so schlimm, so dass der Kelch an Torwarttrainer und Ersatztorhüter Berni Herrlitz vorbei ging (42.). Wittmanns Eckball nahm Kis-Zsirai Sirchich per Kopf an, aber dann klärte Niek Khazali (43.). Daraufhin hielt der Ballbesitz der Ottobrunner gefühlt viel zu lange an, dann unterlief Tristan Römpp ein Foul an Wittmann. Der Standardspezialist trat zum Freistoß an, und abermals war es Tristan Jeremies, der per Kopf auf 0:2 erhöhte (44.). So kurz vor der Pause war dies natürlich ein unerwarteter Schlag ins Kontor der Sollner. Freilich versuchten diese sofort, noch in der ersten Hälfte etwas am Spielstand zu ändern, dies aber nicht mit dem gewünschten Erfolg. Erst wehrte Keeper Weßel Tristan Römpps Steilvorlage per Fuß ab (45.+1), dann zog sich Lejs Dedic unmittelbar vor dem Pausenpfiff bei einem Schuss aufs Tor eine Oberschenkelzerrung zu und fällt wahrscheinlich – wie sein Bruder Malik, der seit dem Pokalfight in Pasing verletzt ist – für die nächsten Partien aus.

Das bedeutete gleichzeitig den zweiten ungeplanten Wechsel bei den Gastgebern. Bei Wiederanpfiff lief Alex Metzger anstelle von Lejs Dedic auf. Schon früh ließen die Ottobrunner wieder mit einem Angriff aufhorchen, doch David Langen war gegen Münster zur Stelle, wenn auch erst im Nachfassen (47.). Insgesamt fiel bei den Sollnern eine erhöhte Dynamik auf. Sicher hatte Trainer Licastro seiner Mannschaft in der Kabine ordentlich „Dampf“ gemacht – und die Spieler sich gegenseitig auch. Sie gingen jeweils früher zum Ball, so dass sich die Gäste ziemlich umgewöhnen mussten. Die Heimelf war insgesamt deutlicher in ihren Aktionen. Eine tolle Balleroberung von Michi Schmid brachte Solln in Ballbesitz. Aus dem zweiten von zwei Einwürfen entwickelte sich ein Angriff über Artin Mirkamrani und Jeremy Rösch, dessen Querpass von Tristan Römpp angenommen wurde. Ein Ottobrunner Abwehrmann war nur kurz am Ball, dann erzielte Paolo Lamanna aus dem Gewühle heraus den 1:2-Anschlusstreffer (50.). Das schnellere Tempo der Platzherren brachte mit sich, dass die Abwehrspieler der Gäste gelegentlich zu spät kamen. So kassierte der eingewechselte Fürst die erste gelbe Karte der Partie wegen eines Fouls an Benni Minov (55.). Die heimische Defensive wiederum setzte alles daran, Ottobrunn nicht erneut davonziehen zu lassen. Michi Schmid ragte erneut aus der insgesamt guten Defensivreihe heraus.

Das machte wiederum der Offensivtruppe sichtlich Mut. Gerne hätte das Sollner Lager in der 57. Minute einen Freistoß gesehen, als der lange Eichner knapp rechts vom Strafraum den vor ihm stehenden Niek Khazali zu Fall brachte und ihn dadurch aus dem Kampf um den schon wieder in einiger Entfernung befindlichen Ball nahm. Zum Glück konnte Khazali nach kurzem Aufenthalt an der Seitenlinie weiterspielen, doch einen Freistoß gab der Unparteiische nicht. Auch etwas später waren die Sollner nicht einverstanden, als es Einwurf für Ottobrunn und nicht für Solln gab (59.). Den Spielaufbau unterband Alex Metzger gegen Münster und Jeremy Rösch drehte. Als Münster einen neuen Versuch startete, spielte Michi Schmid den Ball kontrolliert zu David Langen. Ein klasse Diagonalball von Benni Minov nach überlegtem Rückpass von Niek Khazali hätte um ein Haar den zweiten Sollner Treffer ergeben, wenn nicht die Latte im Weg gewesen wäre (61.). Wenig später zielte Artin Mirkamrani am linken Pfosten vorbei. Den Abstoß des Ottobrunner Keepers drehte André Metzger, der aber den Ball nicht behaupten konnte. Dann blockte Alex Schrank einen Angriff von Wittmann, so dass Keeper Langen zugreifen und sogleich einen Angriff über Jeremy Rösch, Artin Mirkamrani und Paolo Lamanna einleiten konnte, der allerdings ins Toraus geklärt wurde (63.). Der Eckball brachte nichts ein, womit wieder die Gäste am Drücker waren. Das Schubsen des gerade erst eingewechselten Kranjcec gegen Alex Schrank berücksichtigte der Schiri nicht, sondern gab Eckball für Ottobrunn. Wie fast immer trat Wittmann an, aber David Langen faustete den Ball weit nach vorne. Der Nachschuss von Noah Jeremies verfehlte den Kasten erheblich (66.). Schon besser platziert war der Weitschuss von Fürst, doch David Langen hielt sicher (67.). Dessen Abwurf zu Jeremy Rösch führte zu einem ungehinderten Vorstoß der Platzherren. Benni Minov zeigte sein ganzes Können mit seinem gefühlvollen Diagonalball, den Alex Metzger mit dem Außenrist genauso gekonnt zum 2:2-Ausgleich unter die Latte setzte (67.).

Der Ottobrunner Münster biss sich die Zähne an Keeper David Langen und Tristan Römpp aus, aber zu diesem Zeitpunkt war kein Sollner weit genug vorne, um aus dem frei gewordenen Ball etwas machen zu können. Ein Seitenaus der Ottobrunner nutzte Sollns Trainer Licastro, um den Schützen des ersten Tores, Paolo Lamanna (nicht Jeremy Rösch wie im BFV-Bericht angegeben), sowie Niek Khazali zu „erlösen“ und Simon Metzger und Roman Hof von der Bank zu bringen (70.). Die beiden frischen Spieler stürzten sich sogleich ins Getümmel, aber bis vors Tor schafften sie es erst mal nicht. Dafür versuchte es Benni Minov nochmals aus dem Rückraum heraus, aber sein Ball verfehlte das Tor knapp (70.). Auf der anderen Seite verhinderte David Langen einen Torerfolg der Gäste per Fußabwehr (72.), und die Abseitsstellung eines Ottobrunners erkannte und pfiff der Unparteiische (73.). Vor Ausführung des Freistoßes nahm nun auch der Ottobrunner Trainer einen Doppelwechsel vor; Dolghier und Adelmund ersetzten Wittmann und Möbius. David Langen brachte mit seinem Freistoß alle drei Metzgers schön ins Spiel, aber Sowa klärte gegen Alex ins Toraus. Andrés Eckball verlängerte Alex Schrank wunderschön per Kopf, doch Keeper Weßel war da (74.).

Trainer Licastro hatte noch einen Trumpf auf der Bank: Johannes Campe löste Benni Minov ab (75.). Es vergingen aber noch ein paar Minuten, bis die Gastgeber so richtig gefährlich wurden. Alex Schrank schickte Artin Mirkamrani auf die Reise, der wiederum Simon Metzger bediente. Sein Ball flog jedoch knapp am rechten Eck vorbei (78.). Gleich darauf zeichnete sich auf der anderen Seite erneut David Langen mit einer tollen Fußabwehr gegen Münster aus. Und dann waren es die Gastgeber, die jubeln durften, als Alex Schrank aus dem Hinterhalt einen Ball vom Gegner annahm und diesen per Weitschuss gegen den chancenlosen Weßel links oben im Tor unterbrachte und somit das Spiel geradezu sensationell auf 3:2 drehte (79.). Roman Hof „opferte sich“ mit einem taktischen Foul an Kis-Zsirai Sirchich und sah Gelb (81.). David Langen wehrte den Freistoß des mittlerweile rückeingewechselten Wittmann per Faust ab, wobei Kis-Zsirai Sirchich unter die Räder kam. Die Aufzeichnung zeigt aber eindeutig, dass Langen nur den Ball gespielt und somit nicht strafwürdig gehandelt hat (82.). Bei einer späteren Abwehraktion hingegen sah die Sache schon anders aus. Weil der Ball aufsprang, traf Langen mit den Fäusten eben nicht das runde Leder, sondern den Gegenspieler Fürst (der nach Behandlung weiterspielen konnte). Weil die Angelegenheit einen Elfmeter nach sich zog, kam Langen mit einer gelben Karte davon. Klar, dass Wittmann sich die Gelegenheit zum 3:3-Ausgleich nicht entgehen ließ (88.). Johannes Campes Reklamieren samt gelber Karte war sinnlos, so eindeutig war die Sache. Wegen eines vergleichsweise harmlosen Fouls an Kranjcec sah danach auch noch Tristan Römpp den gelben Karton (90.+2). Obwohl die Partie in der Nachspielzeit nichts an Dynamik verlor, änderte sich am Resultat nichts mehr.

So blieb aus Sollner Sicht die Belohnung für die tolle Leistung in der zweiten Halbzeit in Form eines Sieges leider aus, aber die Jungs sollten sich gerade auf Grund besagter Leistung nicht zu sehr grämen. Dies gilt besonders für Keeper David Langen, dem seine Schuld an dem Elfmeter sichtlich zu Herzen ging. Nach dem Spiel bauten die Mitspieler Langen entsprechend vorbildlich auf. Bereits am Dienstag werden alle verfügbaren Spieler ohne „Altlasten“ gebraucht werden, da die Sollner es bekanntermaßen in die Hauptrunde des Kreispokals geschafft haben. Auf sie wartet nun Kreisklassist FC Biberg, bevor es am Donnerstag in das dritte Spiel einer sehr kurzen englischen Woche in der Liga auswärts nach Karlsfeld geht.

13.09.26: Kreisliga München – 4. Spieltag – TSV Solln I – TSV Ottobrunn 3:3 (0:2)

TSV Solln: Langen, Schrank, Minov (75. Campe), Lamanna (70. Simon Metzger), Lejs Dedic (46. Alex Metzger), André Metzger (90.+1 Khazali), Mirkamrani, Schmid, Jell (15. Römpp), Khazali (70. Hof), Rösch – außerdem im Kader: Herrlitz (ETW)

Tore: 1:2 Lamanna (50./Assist: Römpp), 2:2 Alex Metzger (67./Assist: Minov), 3:2 Schrank (79./Ball vom Gegner)

Gelbe Karten: Hof (81./Foul), Mirkamrani (84./Foul), Langen (87./Foul), Campe (87./Reklamieren), Römpp (90.+1/Foul)

Eva Ankenbauer