Zum dritten Spiel innerhalb von 5 Tagen reiste die erste Mannschaft des TSV Solln nach Karlsfeld, um sich in der Liga mit der Zweitvertretung des dortigen TSV zu messen. Die erfolgreich bestandene Pokalpartie in Neubiberg hatte allerdings bei den Sollnern zu einigem „Schwund“ geführt. So fielen Simon und Alex Metzger verletzt aus; übrig blieb von der „Großfamilie“ nur Verteidiger André. Roman Hof hatte aus einem Zweikampf eine wehe Schulter davongetragen und wurde geschont, ebenso wie Lejs Dedic und Alex Schrank sowie Anton Buergers, die gleichwohl allesamt auf der Bank saßen. Gegenüber dem Pokalspiel standen Dominik Kugler, Benni Minov und Niek Khazali in der Startelf. Angedeutet hatte sich im Vorfeld eine ganz besondere Personalie, denn Sollns früherer Keeper Fabian Greindl hatte sich zur Vertretung des abwesenden David Langen bereit erklärt. Er hatte nur ein kurzes Training, so dass es einer „Wundertüte“ gleichkam zu sehen, was von seinen Fähigkeiten seit 2025 wohl noch übrig war. Greindl sollte das Vertrauen der Mannschaft und des Trainers zu 100 % rechtfertigen, wie man im Verlauf des Spiels erleben durfte.
Der Gegner TSV Karlsfeld 2 stand vor dem Spiel mit nur 4 Punkten in der Tabelle hinter Solln mit 5 Punkten. Der Vorteil der Karlsfelder war natürlich die geringere Belastung davor, da die Pokalspiele von ihrer Bezirksligamannschaft bestritten werden. Allerdings war Karlsfeld II am Sonntag mit einer 2:4-Niederlage aus Zamdorf nach Hause gefahren. Daher mussten die Sollner damit rechnen, dass ihr Gegner zum einen frischer war und zum anderen allen Grund hatte, sämtliche Kräfte zu mobilisieren, um die jüngste Pleite auszumerzen.
Die Gäste begannen ganz ordentlich. Einen schönen Schuss von Dominik Kugler nach Vorlage von Malik Dedic wehrte Keeper Slansky per Fuß ab, dann versuchte es Niek Khazali, und schließlich landete der Ball bei Dominik Kugler, dessen Schuss ins Toraus abgewehrt wurde. Zwei Ecken samt Nachschuss brachten aber nichts ein (5.). Auf der anderen Seite zeigte Fabian Greindl eine erste Parade gegen Kilian Schestak; Johannes Campe bereinigte die Situation endgültig (12.). Bald fiel allerdings auf, dass die Platzherren deutlich im Vorteil waren, was Balleroberung und Ballbesitz betraf, so dass die Sollner Abwehr zuweilen ihre liebe Not hatte. Als Michi Schmid gegen Ismajli klärte, stieg dieser hart in den Sollner Abwehrmann ein, der zum Glück weiterspielen konnte (14.). Danach kamen die Gäste erst nach mehreren Anläufen aus der eigenen Hälfte heraus; Malik Dedics toller diagonaler Schuss ging knapp am linken Toreck vorbei (18.).
Ein missglücktes Zuspiel von Artin Mirkamrani auf André Metzger (Toraus/20.) ebnete den Gastgebern den Weg in die Sollner Hälfte, wo es sogleich lichterloh brannte. Einen Querschuss von Schestak lenkte Fabian Greindl ins Toraus; Schilds Eckball entschärfte zunächst Benni Minov, gegen den sofort Schestak da war, der aber den Ball nicht kontrollieren konnte und nur ins Toraus traf (22.). 2 Minuten später verletzte sich Kapitän Tristan Römpp im Zweikampf mit Wiegland und musste entsprechend den neuen Regeln eine Warteminute an der Seitenlinie einlegen, bevor er weiterspielen durfte. Von einem riskanten Rückpass von Malik Dedic auf Johannes Campe konnte Wiegland glücklicherweise nicht profitieren; denn Campe retournierte das Spielgerät zu Dedic (25.).
Anschließend verzeichnete man einige Chancen für die Gäste. Jeremy Röschs Schuss klärte Pontow ins Toraus, und André Metzgers anschließenden Eckball wehrte Pontow per Kopf ab. Malik Dedic drehte den Gegenangriff der Gastgeber, aber im Zweikampf zwischen Dominik Kugler und Schäffer überschritt der Ball die Grundlinie (27.). Schäffer war es auch, der wenig später einen Einwurf von Dominik Kugler abfing (28.). Danach drehte Schäffer einen von Fabian Greindl per Fuß abgewehrten Ball und verzog im Nachschuss nach links (29.). Nach Balleroberung von Pontow gleich darauf ging Heydts Weitschuss ins Toraus; der war sicher eher als Zuspiel gedacht gewesen, doch kein Mitspieler war da (29.). Eine Minute später verhinderten Johannes Campe und Fabian Greindl gemeinschaftlich einen Torerfolg von Schäffer (30.). Als Dominik Kugler kurz darauf an der Seitenlinie von Eren gelegt wurde, bedeutete dies das Ende für den fleißigen Sollner. Es gab jedoch weder eine Karte noch überhaupt einen Freistoß, obwohl die Szene sich unmittelbar neben dem Linienrichter abgespielt hatte. Möglicherweise hatte der Karlsfelder noch die Schuhspitze am Ball gehabt, aber das erklärte der Schiri der verärgerten Gastmannschaft nicht. Jedenfalls konnte Kugler ohne fremde Hilfe nicht mehr gehen, so dass die Einwechslung von Seref Sözer nach längerer Behandlungspause unumgänglich war. Das Spiel ging mit einem Einwurf weiter (33.).
Ironischerweise hatten die Gäste danach mehr Spielanteile und fingen die Bälle teilweise weiter vorne ab. Nach Balleroberung von Artin Mirkamrani verlängerte Malik Dedic den Ball zu André Metzger, aber ein Karlsfelder Abwehrspieler klärte (Eckball verpufft/35.). Bald darauf zwang Seref Sözer Keeper Slansky zu einer Faustabwehr; Eren erledigte den Rest (37.). Eine Minute später bekam Seref Sözer im Eifer des Gefechts Erens Hand ins Gesicht; den Freistoß von André Metzger klärte Wiegland, und auch Benni Minovs Nachschuss wurde abgewehrt; der Karlsfelder Konter ging ins Toraus (38.). Einen weiten Abstoß von Fabian Greindl krallte sich Seref Sözer und legte quer auf Niek Khazali, dessen Schuss Keeper Slansky vor einige Herausforderungen stellte. André Metzgers Eckball gelangte zu Michi Schmid, von dem wiederum Seref Sözer das Spielgerät übernahm; allerdings hielt Slansky dieses Mal sicher (40.). Der tolle diagonale Freistoß von André Metzger nach Foul an Seref Sözer senkte sich etwas zu spät, um noch im Tor zu landen (41.).
Ein auf einen Freistoß (Foul Khazali an Pontow) folgender Spielzug der Karlsfelder wurde wegen eines Offensivfouls von Schäffer an Verteidiger Michi Schmid abgepfiffen (42.). Der von Fabian Greindl ausgeführte Freistoß gelangte über Johannes Campe und Artin Mirkamrani nach vorne, wo Verteidiger Heydt vor Seref Sözer ins Seitenaus klärte (Einwurf bringt nichts ein/43.). Zwei Minuten später klärte Malik Dedic einen Angriff der Hausherren über die Seitenlinie, beging aber dabei ein Foul, allerdings an einer unkritischen Stelle (45.). Nicht lange danach machte Dedic souverän einem Angriff der Platzherren den Garaus (45.+1). Karlsfeld versuchte es zwar nochmals, aber schließlich drehte Benni Minov. Die letzte Möglichkeit vor der Pause hatten die Gäste, als Seref Sözer einen Ball zurückholte, der dann über Niek Khazali und Tristan Römpp wieder zu ihm, Seref Sözer, ging. An der Grundlinie lieferte er sich unmittelbar vor dem Pausenpfiff ein „Privatduell“ mit Schestak; es hatten wohl beide Spieler „Dreck am Stecken“, aber die Umklammerung von Sözer war deutlicher sichtbar, so dass der Schiri den Spielzug wegen Offensivfouls beendete (45.+3).
Zur zweiten Halbzeit brachte Trainer Licastro in Paolo Lamanna anstelle von Artin Mirkamrani einen weiteren schnellen Spieler in die Partie. Der war auch schon bald nach einem Einwurf von Jeremy Rösch vorne in Aktion. Masic klärte gegen Lamanna ins Toraus, hielt aber dabei unglücklicherweise das Gesicht hin und sah erst einmal Sterne. Den abgewehrten Eckball holten Jeremy Rösch und André Metzger zurück, Benni Minov und Paolo Lamanna führten den Spielzug weiter, doch die Gastgeber klärten weit zu ihrem Keeper (47.). Ein Ballverlust der Auswärtself richtete dank Fabian Greindl keinen Schaden an (48.). Als der Schiri eine Abseitsstellung von Karlsfeld nicht abpfiff, gerieten die Gäste etwas in Bedrängnis. Malik Dedic leistete sich ein Foul und sah Gelb (nicht Johannes Campe, wie im BFV-Bericht vermerkt/51.). Aufatmen war angesagt, als Schestaks Freistoß auf dem Tornetz landete. Auch die folgende Aktion der Platzherren endete im Toraus (52.), wonach Solln wieder attackieren konnte. Tristan Römpp kämpfte nach Fabian Greindls Abstoß um den Ball, und Seref Sözer suchte auf Zuspiel von Niek Khazali den Abschluss und schoss knapp rechts vorbei (53.).
Vorübergehend verlegte Verteidiger Michi Schmid sein Einsatzgebiet in die gegnerische Hälfte und arbeitete dort unter Anderem toll mit Seref Sözer zusammen, aber die Aktion wurde wegen einer Sollner Abseitsstellung abgepfiffen (54.). Nach einer weiten Fußabwehr von Fabian Greindl konnte Seref Sözer auf der gegenüberliegenden Seite den Ball nur ins Toraus spielen. Plötzlich gewannen die Hausherren trotz aller Bemühungen von Jeremy Rösch um den Ball wieder die Oberhand. Niek Khazali klärte den Steilpass des eingewechselten Kuhn ins Toraus. Nach dem Eckball kam es aus Sicht der Karlsfelder zu zwei strittigen Situationen. Zuerst spielte Johannes Campe offensichtlich den Ball im Kampf gegen Ismajli, und danach wahrscheinlich ebenso André Metzger gegen Schäffer; dies war aber schwieriger zu erkennen, so dass der Schiri Freistoß für Karlsfeld pfiff. Yilmaz‘ Freistoß segelte allerdings über die Sollner Mauer und verfehlte die Querlatte erheblich (57.). Die Gäste überstanden danach noch weitere Gelegenheiten der Karlsfelder dank toller Abwehrleistung, aber auch, weil Schild am Tor vorbeischoss (60.).
Kurz nach der vollzogenen Auswechslung von Ismajli gegen Hummel bei Karlsfeld (62.) waren die Sollner wieder spielbestimmend, allerdings vorerst noch ohne Torerfolg. Als die Gastgeber einen Sollner Einwurf ins Toraus klärten, setzte Niek Khazali seinen zu kurz geratenen Eckball in die Mauer und die Karlsfelder Defensive wehrte seinen Nachschuss ab (64.). Kurze Zeit später klärte Pontow gegen André Metzger ins Toraus, und auch Johannes Campe, der Metzgers Eckball angenommen hatte, musste einen Gegenspieler davonziehen lassen (66.). Den wie immer aufopferungsvoll um den Ball kämpfenden Benni Minov legte Pontow anschließend kurz vor der Strafraumgrenze (warum ist der Unparteiische da so zurückhaltend mit einer Verwarnung?). André Metzgers Freistoß prallte an der Mauer ab, landete allerdings im Seitenaus (67.). Angesichts der kraftraubenden Aktionen im Mittelfeld nahm Trainer Licastro Malik Dedic „aus der Schusslinie“ und schickte Artin Mirkamrani wieder auf den Platz (68.). Zeitweise wurden nun die Gastgeber gefährlich; erst nach mehreren Abwehrversuchen ging ein Angriff ins Toraus (71.).
Eine Minute später nahm der Karlsfelder Trainer seinen nächsten und zugleich letzten Wechsel vor; für Yilmaz kam Hrnjica ins Spiel (72.). Nach Einwurf von Jeremy Rösch blieb der Ball länger im Besitz der Sollner, aber Tristan Römpps Aktion nach Querpass von Benni Minov wurde vermutlich wegen Abseitsstellung abgepfiffen (73.). Einen Pfiff gegen sich musste auf der anderen Seite auch Jeremy Rösch (wegen Klammerns) einstecken; Schilds Freistoß entwickelte sich unter Schestaks Mithilfe gefährlich, doch Niek Khazali und Tristan Römpp bereinigten die Situation (76.). Die nachfolgenden Versuche der Heimelf vereitelten Benni Minov (klärt Eckball/76.), Niek Khazali gegen Hummel (77) und mehrmals Fabian Greindl.
In diesem Spiel bekam Sollns neuer Abwehrspieler Leon Schubert endlich wieder einmal ein paar Einsatzminuten. Nach seiner Einwechslung in der 79. Minute für André Metzger hatte er zwar nicht so viel Zeit, sein Können unter Beweis zu stellen, aber die nutzte er mit seiner auffallend schönen Spielweise, um Werbung für sich zu machen. Derweil ging in der Sollner Hälfte ein Stolperer von Jeremy Rösch gerade noch einmal gut, denn Hummel versemmelte seine Chance (80.). Seitens der Gäste wurde zum Bedauern Paolo Lamanna trotz Vorhandenseins zweier Linienrichter fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen (81.). Vielleicht machte sich allmählich ein wenig Frust bei den Sollnern breit. Als Artin Mirkamrani zu offensichtlich gegen Schäffer zu Werke ging, war ihm die gelbe Karte sicher (82.). Der Freistoß aus halbrechter Position war freilich bei Fabian Greindl gut aufgehoben (83.).
Das Thema „Abseits“ blieb leider eines. In der 84. Minute stand Schild meterweit in der verbotenen Zone, allein der Pfiff blieb aus. Fabian Greindl fiel nicht darauf herein und faustete den Ball ins Toraus, wofür er tosenden Applaus erntete. Schilds Eckball wehrte Kapitän Tristan Römpp per Kopf ab, ebenso Benni Minov den Nachschuss, bevor Kuhn nur ins Toraus traf (85.). Da wandelte sich bei den Gästen der Frust offensichtlich in Stolz, und es ging wieder etwas nach vorne. In einer Einwurfsituation wurde Leon Schubert gefoult; Benni Minovs sehenswerter Freistoß ging ins Toraus (87.). Den anschließenden Ballbesitz der Hausherren beendete Niek Khazali energisch. Zum Abschluss der Aktion holte Keeper Slansky Seref Sözer ohne Ballberührung von den Beinen. Die einzige Erklärung für das Ausbleiben von Elfmeterpfiff und Verwarnung war, dass der ebenfalls gestürzte mitgelaufene Abwehrspieler den Ball im Fallen bereits vorher ins Toraus gespielt hatte und es deshalb Eckball gab. Benni Minov führte diesen in aller Ruhe aus, aber vor dem Karlsfelder Tor herrschte Hochbetrieb. Es war nicht nur ein heimischer Abwehrspieler am Ball, sondern danach noch Michi Schmid und Paolo Lamanna, bevor Tristan Römpp endlich den Ball per Drehschuss in die Maschen drosch und damit doch noch das 1:0 für Solln markierte (89.). Damit war zwar – dies sei vorweggenommen – das Endresultat erreicht, aber keineswegs das Spielende.
Einen nicht zu unterschätzenden Angriff der Heimelf klärte Johannes Campe. Ein Foul an Paolo Lamanna wurde nicht gepfiffen, wahrscheinlich war auch etwas Ball dabei. Dafür erwischte es unmittelbar darauf Benni Minov, der Gelb sah (90.). Michi Schmid war noch wach genug, um den Freistoß der Gastgeber per Kopf abzuwehren. Artin Mirkamrani drehte den Nachschuss, doch kamen seine Sollner nicht mehr vors Tor. Sie waren vielmehr weitgehend mit Verteidigen beschäftigt, um Karlsfeld nicht in der Nachspielzeit zurückkommen zu lassen. Sogar eine Klärung von Artin Mirkamrani ins Toraus brauchte es noch (Eckball abgewehrt/ 90.+3). Zu allem Überfluss verletzte sich Niek Khazali etwas abseits des Geschehens, so dass André Metzger an seiner Stelle die letzte Spielminute bestreiten musste. Dennoch war der Jubel beim Sollner Lager riesig, denn was lange im besten Fall nach einer Nullnummer ausgesehen hatte, war gegen Ende zugunsten der Gäste gekippt.
Jetzt haben die Jungs etwas mehr als eine Woche Zeit zum Regenerieren bis zum Auswärtsspiel beim SV Günding in Bergkirchen. Was Dominik Kugler betrifft, besteht natürlich größter Anlass zur Sorge. Wir wünschen gute Besserung und drücken ihm die Daumen.
17.09.26: Kreisliga München – 5. Spieltag – TSV Karlsfeld II – TSV Solln I 0:1 (0:0)
TSV Solln: Greindl, Minov, Campe, Römpp, André Metzger (79. Schubert), Mirkamrani (46. Lamanna), Kugler (33. Sözer), Schmid, Malik Dedic (68. Mirkamrani), Khazali (90.+3 Metzger), Rösch – außerdem im Kader: Herrlitz (ETW), Buergers, Lejs Dedic, Hof, Schrank
Tor: 0:1 Römpp (89./Assist: Lamanna)
Gelbe Karten: M. Dedic (51./Foul), Mirkamrani (82./Foul), Minov (90./Foul)
Eva Ankenbauer

