Fußball Herren 1 Saison 2021/22

TSV Solln I ist durch ein 2:0 gegen FC Alemannia nach 10 Jahren wieder Kreisligist

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05.06.22: Rel.-Rücksp. – KK Mch. 3/2./KL Mch 2/11. TSV Solln I – FC Alemannia M. – 2:0 n.V. (1:0, 0:0)

Die Sollner Jungs hatten die Niederlage vom vergangenen Mittwoch im Relegationshinspiel beim FC Alemannia gut weggesteckt und nichts von ihrem Selbstbewusstsein eingebüßt. Ihre Stärken (und natürlich auch ihre Schwächen) hatten sie mental parat. Einige Spieler hatten ihre Abreise zur Klassenfahrt bzw. in den Urlaub extra aufgeschoben. Die beste Nachricht aber war, dass Armando Tischer und Jonathan Essmann wenigstens für einen „Teilzeiteinsatz“ bereit waren. Somit war Solln für das Rückspiel auf eigenem Platz gerüstet.

Die Gastgeber hatten auch Einiges an Equipment aufgefahren; mit einer Stadionsprecher- und Musikanlage machten sie gewaltig Stimmung für die Akteure und die etwas mehr als 350 anwesenden Zuschauer – welch grandiose Atmosphäre für einen (noch) Kreisklassisten!

Der TSV Solln begann wieder mit einem Riesenkader auf dem Spielberichtsbogen und konkret mit einer gegenüber dem Hinspiel leicht veränderten Startelf; auf einigen Positionen wurde ein Tausch „Bank vs. Startelf“ vorgenommen. Auf den Einsatz der Rückkehrer Tischer und Essmann im weiteren Verlauf des Spiels warteten natürlich alle gespannt.

Selbst ohne diese Beiden machten die Sollner von Beginn an mächtig Tempo. Die Gäste, die mit einem 1:0 im Rücken ziemlich im Vorteil waren, hielten zwar kraftvoll dagegen, aber Solln ließ nichts unversucht, um wenigstens zunächst einen Gleichstand herzustellen. Nach einer ersten Chance des FC Alemannia (Bux köpft vorbei/2.) trat Sebastian Henrici erstmals in Aktion, aber Keeper Hennecke fing Maximilian Morsteins Steilpass vor Henrici ab (3.). Ein paar Minuten später traf Simon Metzger nach einer tollen diagonalen Vorlage von Jakob Berz (vorher Freistoß von Morstein) nur ins Toraus (6.). Ein sehenswerter Freistoß von Tobi Steger landete auf dem Tornetz (10.), während kurz danach Ruhfass dem Sollner Schewe den Ball abnahm und diesen zu seinem Keeper spielte (11.). Nach einer Viertelstunde Spielzeit prüfte Sebi Henrici zwei Mal den gegnerischen Torwart. Es sprang nichts Zählbares dabei heraus, aber Applaus für Henrici gab es trotzdem (14./15.).

In der 5. Minute gab der Sollner Keeper Maximilian Hassinger eine Kostprobe seiner Geistesgegenwart ab; gegen Sauter klärte er nach dem Fehler eines Abwehrkollegen per Fuß ins Toraus (5.). Auch gegen Wohlmuth parierte Hassinger sicher (11.); ebenso gegen Bux (19.). In der 21. Minute hatte Benni Minov zwar energisch die Spielrichtung gedreht, aber Spilker verhinderte, dass Simon Metzger mehr daraus machte. Ein hartes Einsteigen von Verteidiger Morstein brachte diesem wenig später eine gelbe Karte ein, aber Keeper Hassinger parierte Spilkers Freistoß kunstvoll, bevor ein anderer Alemannia-Spieler den Ball ins Toraus schoss (22.).

Als ca. eine halbe Stunde gespielt war, konnten die Fans eine Großoffensive der Platzherren verfolgen. Nach Foul an Sammy Schewe trat Tobi Steger einen Freistoß aus halblinker Position, dann köpfte Kapitän Stefan Gerhard ans Außennetz (28.). Gleich darauf setzte sich Simon Metzger durch und zog ab, doch wieder einmal hielt Hennecke (29.). Dann hielt Jakob Berz die Gäste in Schach, so dass Sebi Henrici übernehmen und zu Benni Minov passen konnte; wegen einer Abseitsstellung von Tobi Steger war die schöne Aktion aber vorbei (30.), ebenso wie eine Minute später die von André Metzger ausgehende und über Henrici zu Steger geführte Ballstafette (31./Keeper hält, aber Steger vorher im Abseits).

In den folgenden Minuten waren etliche Chancen der Gäste zu verzeichnen, doch Hassinger und seine Vorderleute präsentierten sich sicher und andererseits misslang dem FC Alemannia doch so manches. Leider galt dies auch für die Sollner Offensive, die fürs Erste aus den zahlreichen Super-Vorbereitungen seitens Abwehr und Mittelfeld kein Kapital schlagen konnten. Die „Krönung“ lieferte Sebi Henrici nach gelungener Balleroberung von Stefan Gerhard. Es war schon ein Kunststück, vollkommen frei vor dem Tor noch rechts vorbei zu schießen (42.). Die Sollner taten jedoch alles, um den Gästen aus der kurzzeitigen Enttäuschung keinen Vorteil zu bereiten. In der wegen einer Trinkpause und einigen Verletzungsunterbrechungen notwendig gewordenen Nachspielzeit waren vielmehr wieder die Platzherren am Drücker. Keeper Hennecke wehrte einen Freistoß von Benni Minov mit einer Hand ins Toraus ab (45.+1); die folgende Ecke wurde per Kopf geklärt. Nach Zuspiel von Tobi Steger traf Stefan Gerhard nur ins Toraus (45.+3); Benni Minov bekam einen Einwurf von Jakob Berz zugespielt, scheiterte aber an Hennecke (45.+6). Kurz davor setzte sich erst Stefan Gerhard gegen einen Einwurf des FC Alemannia zur Wehr; anschließend parierte Hassinger sicher (45.+5). Es war kaum zu glauben, dass die erste Halbzeit torlos 0:0 endete.

Zum Seitenwechsel kamen die beiden lang erwarteten Spieler aufs Feld: Jonathan Essmann lief für Sebastian Henrici auf, und Armando Tischer ersetzte Simon Metzger (46.). Gleich nach Wiederanpfiff fiel Armando Tischer zu Boden, jedoch zu sanft für einen Freistoß. Sodann legte Johnny Essmann für Tobi Steger auf, doch der schoss rechts vorbei (46.). Keeper Hennecke blieb sowohl gegen Tobi Steger als auch gegen Johnny Essmann (Ecke) Sieger (48.).

In Minute 49 wurde Armando Tischer tatsächlich gelbwürdig gelegt; der besonnene Schiedsrichter Daniel Gutmann sah das auch so und zückte die Karte und ließ andererseits Tischer wissen, dass dessen „verbaler Protest“ nicht vonnöten war. Leider brachte der von André Metzger getretene Freistoß nichts ein. Zwei Minuten später wusste sich auch Ullrich gegen den starken Sammy Schewe nur mit einem Foul zu helfen; auch in diesem Fall zückte Schiri Gutmann Gelb (51.). Dass Jakob Berz nach Freistoß von Benni Minov neben das Tor köpfte, war zwar schade, tat aber der insgesamt guten Leistung von Berz keinen Abbruch (52.). Gute Einzelleistungen sahen die Zuschauer auch danach im Kampf der Sollner – vor Allem der Hintermannschaft – um die Dominanz im Spiel (Stefan Gerhard, André Metzger, Morstein, Hassinger und Andere). Die Einwechselung des frischen Anton Buergers anstelle von Christian Wiemann (59.) versprach Kontinuität in der Abwehr.

Allmählich kam Solln auch vorne wieder zur Geltung; allerdings klärte Ruhfass gegen Tischer ins Toraus (60.), und ein Abwehrkollege wehrte auch Tischers Eckball ab. Einen tollen Schuss von Sammy Schewe erwischte Keeper Hennecke gar nicht, so dass der Ball in spitzem Winkel ins Toraus ging und es Abstoß gab (64.). Benni Minov drehte die Spielrichtung und verlor den Ball nur kurzzeitig an den Gegner, bis Maximilian Morstein die Kugel endgültig für Solln vereinnahmte und diese mit tatkräftiger Unterstützung von Jakob Berz zu Armando Tischer gelangte. Besser hätte dessen Zuspiel auf Sammy Schewe kaum sein können; Schewe traf zum eminent wichtigen 1:0 für Solln (65.). Damit war man – beide Spiele gerechnet – bei einem Gleichstand, der „Verlängerung“ bedeutete. Aber so weit war man noch nicht…

Erst fing Armando Tischer sich wegen eines Fouls eine gelbe Karte ein (66.), dann musste Keeper Hassinger alles geben, um einen gegnerischen Angriff abzuwehren (67.). Kurz davor und danach wechselte Coach Blasenbreu: Rafi Beelitz ersetzte Benni Minov im Mittelfeld (66.), und Paddy Manseder löste den angeschlagenen Tobi Steger im Sturm ab (68.). Manseder versuchte es sofort mit einem Kraftschuss, aber Hennecke war zur Stelle (69.). Wenig später scheiterte Johnny Essmann zunächst an der Abwehr (70.), bevor er nach seinem eigenen Eckball die Kugel von Armando Tischer übernahm, aber vor dem herannahenden Stefan Gerhard ins Toraus schoss (71.).

Ein Foul von Gönczö (Gelb in Minute 73) ließ den eifrigen Defensivmann Jakob Berz noch relativ unbeeindruckt, doch bei einem Kopfball zog Berz sich eine (wie sich später herausstellte, harmlose) Platzwunde zu und ging mit einem Kopfverband vom Platz (76.). Christian Wiemann kam also früher als geplant wieder aufs Feld.

Die Gastgeber waren in der Folgephase spielbestimmend. Einmal mehr rettete Keeper Hennecke den FC Alemannia vor einem Gegentreffer, als er den zu weit geratenen Schuss von Stefan Gerhard vor Armando Tischer abfing (77). Nach einem Eckball von Johnny Essmann zog Kapitän Gerhard rechts vorbei (81.). Gleich danach passierte Sammy Schewe Ähnliches; Paddy Manseder kam nicht mehr an den Ball (82.). Dann war es wieder der Sollner Keeper Hassinger, der seinen Kasten sauber hielt, indem er gegen Sauter faustete (anschließend halfen ihm seine Vorderleute/83.).

Für den eben erst genesenen Johnny Essmann waren knapp 40 Minuten intensive Spielzeit genug; für ihn lief nochmals der inzwischen ausgeruhte Sebi Henrici auf (84.). Henrici war sofort wieder in seinem Element und fiel mit tollen Aktionen auf. Leider nahmen ihm die Gäste in der 85. Minute den Ball ab. Ebenso erging es Sammy Schewe (86.). Einen schönen Freistoß von André Metzger fing Keeper Hennecke weg (87.).

In der kurzen Nachspielzeit der regulären Spielzeit liefen die Sollner doch tatsächlich noch Gefahr, sich einen Gegentreffer einzufangen, doch Stefan Gerhard reparierte den kurzzeitigen „Wackler“ seiner Kollegen, indem er ins Toraus klärte (90.+1); nach Eckball von Sauter köpfte ein Teamkamerad das Spielgerät zum Glück für Solln ans Außennetz (90.+2). Damit war es Fakt geworden, dass man in die Verlängerung gehen musste.

Das Chancenübergewicht der Gäste in den ersten Minuten der Verlängerung überstanden die Platzherren ohne Schaden in Form von Gegentoren, aber es war hier und da ein Spieler verletzt (Buergers, Morstein); keiner musste jedoch vom Feld. Unter Beifall abtreten durfte Torschütze Sammy Schewe nach einem großartigen Spiel; für ihn kam Simon Metzger wieder (101.).

Die ersten 15 Minuten der Verlängerung ergaben keine Veränderung im Spielstand; in Minute 102 hatten Christian Wiemann und Rafi Beelitz sehenswert den Ball erobert, bevor Sebi Henrici ihn wieder an die Alemannen verlor. Laszlo Gönczö konnte allerdings mit dem Geschenk nichts anfangen und schoss weit drüber.

Für die zweite Hälfte kam Sammy Schewe für Paddy Manseder aufs Feld, denn das Mittelfeld musste stabilisiert werden. Es war aber vor allem Verteidiger André Metzger, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Zunächst bediente er Cousin Simon, und Ruhfass klärte ins Toraus. Dann trat Simon Metzger zur Ecke an, und die Abwehr klärte gegen Armando Tischer. Der folgende Eckball wiederum wurde von André Metzger ausgeführt, der kurz darauf das Spielgerät wiederbekam und passgenau für Kapitän Stefan Gerhard für dessen Tor zum 2:0 vorlegte (107.).

Ein ziemlich starkes Gewitter zwang gleich danach den Schiedsrichter, die Partie zu unterbrechen. Eine halbe Stunde mussten Fans und Akteure auf die Fortsetzung des Spiels warten. Dann war Benni Minov wieder dabei, während André Metzger sich umziehen durfte. Nach 110 gespielten Minuten machten sich bei Kapitän Gerhard wieder die Muskeln bemerkbar. Tobi Steger (eigentlich auch er bereits stehend k.o.) ersetzte ihn und übernahm die Kapitänsbinde. Armando Tischer räumte wenig später ebenfalls das Feld; Paddy Manseder kam wieder (112.). Das Trio Henrici/Steger/Manseder sorgte für „Leben“ im gegnerischen Strafraum, konnte jedoch nicht endgültig den Deckel drauf machen.

In einem letzten Aufbäumen versuchten die Gäste alles, um den Abstieg zu verhindern. In der 117. Minute schoss Gönczö übers Tor, und kurz darauf passten Anton Buergers und Maximilian Hassinger auf. In der 118. Minute landete der Ball doch tatsächlich im Sollner Kasten. Dieser Treffer hätte die Situation grundlegend zuungunsten der Sollner geändert (da Auswärtstor), wenn er nicht wegen einer Wechselunterbrechung gefallen wäre. Die Alemannen hätten den vorausgehenden Eckball also gar nicht ausführen dürfen, so dass der Schiedsrichter die Aktion „auf Anfang setzte“ und die Gästemannschaft nochmals zur Ecke antreten ließ (die im Übrigen nichts einbrachte). So retteten die Gastgeber die 2:0-Führung über die Zeit. Die Verletzung von Keeper Hassinger nach einem Zusammenprall kurz vor Abpfiff erwies sich als nicht schwer (120.+2).

Durch den souveränen, wenn auch knappen Sieg in einer alles in allem erfreulich fairen Partie steigt TSV Solln I nach 10 Jahren wieder in die Kreisliga auf. Nicht nur die fairen Verlierer gratulierten den Sollnern dazu. Die Vizemeister um Erfolgstrainer Matias Blasenbreu und Teammanager Serdar Cilesiz haben sich den Aufstieg nach einer tollen Saison mit kleineren und größeren Rückschlägen absolut verdient und freuen sich nun auf eine gemeinsame kurze Mannschaftsfahrt und anschließend auf die Vorbereitung in die Kreisligasaison 22/23. Alle Fans freuen uns mit ihnen!

TSV Solln: Maximilian Hassinger, Morstein, Wiemann (59. Buergers), André Metzger (108. Minov), Berz (76. Wiemann), Schewe (101. S. Metzger), Minov (66. Beelitz-Perarnau), Stefan Gerhard (110. T. Steger), Simon Metzger (46. Tischer, 112. Manseder), Tobias Steger (68. Manseder, 106. Schewe), Henrici (46. Essmann, 84. Henrici) – außerdem im Kader: Liesen, Frankl, Christian Gerhard, Sebastian Jell, Blanco, Nico Steger

Tore: 1:0 Schewe (65/Assist: Tischer); 2:0 Stefan Gerhard (107./Assist: André Metzger)

Gelbe Karten: Morstein (21./Foul), Tischer (67./Foul)

Autor: Eva Ankenbauer