Man hätte dem sympathischen, immer noch neuen Sollner Trainer wahrlich einen besseren Einstand gewünscht. Leider hatte Hans Kleemann bereits zwei Pflichtspielniederlagen seiner Mannschaft nach der Winterpause zu verbuchen. Nun musste das Team im Kampf um einen Nichtabstiegsplatz beim FC Teutonia unbedingt das Ruder herumreißen. Dieser ist nach der Winterpause zwar mit einer „Klatsche“ beim TSV Großhadern gestartet, aber das vermutlich nicht „eingepreiste“ Remis gegen den SV München West dürfte ihm ein wenig Aufbruchsstimmung verschafft haben und Warnung genug für Solln gewesen sein.
Erfreulicherweise waren die beiden „Familientrios“ Hassinger und Metzger wieder komplett, wobei Alex Metzger und Chris Hassinger zunächst auf der Bank Platz nahmen. Im Nachhinein gesehen wurden dagegen die beiden „Edeljoker“ des letzten Spiels, Luis Stephan (abwesend) und Tobi Steger schmerzlich vermisst. Letzterer trat für die dritte Mannschaft an und überragte dort in der Partie beim FC Bosna mit 4 Treffern (Gratulation an Team Solln III zum 6:1!).
Einen ersten Angriff der Gäste schloss Sammy Schewe mit einem Schuss ab, der jedoch für den Teutonia-Keeper Jeske keine Herausforderung darstellte. Kurz darauf drohte auf der anderen Seite Gefahr, als ein Spieler der Heimelf von rechts nur neben den linken Pfosten traf (4.). Wenig später setzte auch Schay nach Zuspiel von Castagné den Ball ins Toraus (9.). Gute Ideen hatte immer wieder Mittelfeldmann Benni Minov, dessen Steilpass Jeske vor der Nase von Stürmer Simon Metzger wegschnappte (9.).
Es waren mehrere schöne Abwehraktionen, die die Erwartungen an einen positiven Spielverlauf nährten. So konnten Maximilian Hassinger im Tor der Sollner und Kapitän Basti Jell gemeinschaftlich einen direkten Freistoß der Teutonia entschärfen (10.). Dann klärte Johannes Campe (dieses Mal als Innenverteidiger fungierend) einen Weitschuss von Böhm ins Toraus, und gegen Paul Schellings anschließenden Eckball war Alex Hassinger per Kopf zur Stelle. Dafür standen dem Sollner Anhang die Haare zu Berge angesichts des Umgangs mit allerbesten Torchancen. Ein Rätsel blieb, warum sich Sammy Schewe nach tollem Zuspiel von Seref Sözer noch den Ball abluchsen ließ (17.). Zwar hatte gleich darauf auch Benni Minov kein Glück, als er – ebenfalls nach Zuspiel von Seref Sözer – nur ins Toraus traf, aber das Toreschießen gehört eben nicht unbedingt zu den ureigensten Aufgaben eines defensiven Mittelfeldspielers (18.). Ähnlich liegt die Sache bei Außenverteidiger André Metzger, der für seinen starken Querpass Lob kassierte (21./Parade von Jeske; Eckball bringt nichts ein).
Tolle Querpässe kamen auch wiederholt von Seref Sözer, so auch in der 24. Minute, doch Simon Metzger verfehlte. Besser machte es Simon eine Minute später, aber Adrian Schelling klärte ins Toraus (Ecke von Schewe per Kopf abgewehrt). Zufrieden war Trainer Kleemann mit der folgenden Aktion. Seref Sözer eroberte den Ball und passte zu André Metzger, dessen Ball ins Toraus ging. Sammy Schewe war zwar nicht an den Ball gekommen, aber aus solchen Szenen kann sich durchaus etwas entwickeln (25.).
Arg strapazierte der Schiedsrichter die Nerven der Sollner, als er einen Eckball wegen der heutzutage üblichen Rangeleien vor dem Tor drei Mal, wenn nicht vier Mal wiederholen ließ. Die Platzherren profitierten davon freilich nicht (28.). Konkreter ging der Unparteiische zwei Minuten später gegen die Gäste vor, als er Niek Khazali wegen eines harmlosen Fouls eine überzogene gelbe Karte präsentierte (30.). Wie zum Trotz lieferten die Sollner im Anschluss ein paar starke Minuten ab. Keeper Maximilian Hassinger hielt den gerade eroberten Ball von Lentze, und dann versuchten auch Defensivleute, die Abwehr der Platzherren aufzumischen (Jell Toraus/33.; A. Metzger ins Toraus geklärt/33.). Sammy Schewe scheiterte knapp an Adrian Schelling und Keeper Jeske (36.).
Selten so bejubelt wurde eine Verwarnung wie die von Verteidiger Alex Hassinger, der einen Konter mit einem strategischen Foul unterband (38.). Allerdings währte die Freude nicht lange, denn Kock köpfte nach Freistoß von Paul Schelling zur 1:0-Führung für Teutonia ein (38.). Den nächsten Angriffen der Platzherren boten die Sollner die Stirn. (Fußabwehr M. Hassinger/39.; takt. Foul Khazali/40.; Hassinger hält Freistoß von P. Schelling/41.). Das war Ansporn genug für die Gäste, ihrerseits in Richtung Ausgleichstreffer zu gehen, aber Jeske war bei Johannes Campes Weitschuss vor Lejs Dedic am Ball (41.) und Stankic beendete die gute Zusammenarbeit zwischen Alex Hassinger und Basti Jell (42.).
Was den Schiedsrichter anschließend ritt, wissen die Götter. Er zeigte sowohl Ersatzspieler Chris Hassinger Gelb wegen Meckerns (der hatte lediglich zu einer Trinkflasche gegriffen und dabei nach hinten geschaut/43.) als auch Trainer Kleemann (hatte mit seinen Spielern auf der Bank gesprochen/44.). Warum der Schiri zu allem Überfluss gegen Ende der regulären Spielzeit von Hälfte I dann auch noch Niek Khazali für 10 Minuten vom Feld schickte, bekam der nicht hinreichend erklärt (44.). Trotz dieser entscheidenden Schwächung waren die Gäste drauf und dran, in der Nachspielzeit eine Überraschung zu schaffen (aber: Lenze gegen S. Metzger ins Toraus/45.+2; Faustabwehr Jeske bei Eckball von Minov/45.+3; Jeske hält Schewes Schuss aus kurzer Distanz/45.+3).
Angesichts der Ereignisse in der Schlussphase fiel ein pikanter Umstand bei der Benennung des Schiedsrichters seitens des BFV auf. Dieser gehört nämlich der TSG Pasing an, als Tabellenschlusslicht einem Mitkonkurrenten um den Abstieg in derselben Spielgruppe. Ein Unding eigentlich…
Ob die zu Beginn der zweiten Halbzeit immer noch bestehende Unterzahl für den zweiten Gegentreffer ursächlich war, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls waren mehrere Sollner Akteure in Erwartung eines Abseitspfiffs zu passiv geblieben, so dass Castagné leichtes Spiel hatte (48.). Auch Tor Nr. 3 der Teutonia fiel, als die Sollner noch zu zehnt waren. Paul Schelling schloss einen Konter erfolgreich ab (52.). Erst dann war Niek Khazalis Zeitstrafe abgelaufen, er blieb aber sicherheitshalber draußen. Auch Alex Hassinger und Lejs Dedic gingen vom Feld. Für die Drei kamen Luca Bausch, Alex Metzger und Dominik Kugler aufs Feld (53.), aber Niek Khazali ist eben einfach schwer zu ersetzen. Zwei Minuten später gab Kapitän Basti Jell verletzt auf (Marco Kornmesser kam und Johannes Campe übernahm die Binde/55.). Offenbar zählte das Rederecht von Johannes Campe als neuem Kapitän wenig, denn er sah Gelb wegen Meckerns, während gleichzeitig eine Verwarnung für den nach der Pause eingewechselten Angos nach Foul an Seref Sözer ausblieb (57.).
Noch blieb für die Auswärtsmannschaft theoretisch genügend Zeit, um drei Tore aufzuholen. Dafür hätte es aber mehr benötigt als das, was die mitgereisten Fans zu sehen bekamen. Simon Metzger köpft Sammy Schewes Freistoß ins Toraus (57.), dann scheitert er am Keeper (60.). Benni Minovs Ball geriet zu weit für Seref Sözer (Toraus/61.). André Metzger hat mit Freistößen momentan wenig Glück; seiner aus halbrechter Position in der 63. Minute ging jedenfalls weit drüber. Der temperamentvolle Seref Sözer übertrieb es nach schönem Querpass von Marco Kornmesser ein wenig und beging ein Offensivfoul (64.).
Weshalb der Schiri für dieselbe Spielminute eine gelbe Karte für Basti Jell notierte, blieb ein Rätsel, denn der war ja gar nicht mehr auf dem Platz. Wenn, dann hatte Jell in der 50. Minute gemäß den Aufzeichnungen eine Verwarnung wegen Fouls kassiert. In der 64. Minute hatte vielmehr André Metzger ein Foul (an Ferster) begangen, was aber keine Eintragung im offiziellen Spielbericht nach sich zog. Die am Spielfeldrand stehenden Einwechselspieler waren jedenfalls der Meinung, dass Schiri Zech lediglich den Wechsel bei Teutonia aufgeschrieben hatte.
Die Gäste liefen weiterhin vergeblich dem deutlichen Rückstand her, und es dauerte bis zur 71. Minute, bis der Schiri die erste gelbe Karte gegen die Platzherren zückte (Castagné wegen Haltens) in einer Partie, die nebenbei bemerkt nicht überhart geführt wurde. Eine knappe Viertelstunde vor Ende der normalen Spielzeit machte Simon Metzger wegen leichter Schmerzen Feierabend. Urlaubsrückkehrer Chris Hassinger bekam noch seine Einsatzzeit (76.). Allerdings waren mit dem Wechsel die offensiven Optionen eher geschrumpft. Dennoch setzten die Gäste weiterhin alles daran, wenigstens noch Ergebniskosmetik zu betreiben. Sammy Schewe musste sich der Abwehraktion von Stankic geschlagen geben, dann wurde auch sein Eckball abgewehrt; das gleiche Schicksal erlitt Benni Minov mit dem Eckball von der anderen Seite (77.). Seref Sözers Fallen im Strafraum war zu wenig für einen Elfmeter (81.). Wenige Minuten später fand der eingewechselte Schöffmann einen völlig unbewachten Sollner Kasten vor, sagte danke und schob zum 4:0-Endstand ein (85.).
Der statistischen Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass anstelle von Sammy Schewe Lejs Dedic die Schlussminuten bestreiten durfte (89.), während die Ersatzleute Nr. 6 und 7, die Defensivspieler Michael Schmid und Anton Buergers, nicht mehr auflaufen konnten (trotzdem danke Jungs, dass Ihr dabei wart!).
Mit der dritten Niederlage in Serie ist das passiert, was nicht passieren durfte. Teutonia hat Solln um einen weiteren Platz nach hinten auf Platz 12 geschoben. Dahinter lauert mit 3 Punkten weniger die FT Gern, gegen die der TSV Solln bereits am Donnerstagabend um 20 Uhr zu Hause den 19. Spieltag eröffnet. Was das für Solln bedeutet, versteht sich von selbst. Dazu besteht eine gewisse Hoffnung auf Schützenhilfe seitens des souveränen Spitzenreiters FC Kosova, bei dem Teutonia erst am Sonntag zu Gast sein wird. Das Entscheidende wird aber sein, dass die Sollner Jungs – zweifellos alles tolle Fußballer – als geschlossene Einheit auftreten. Sie haben die nötigen Qualitäten. Um zahlreiche Fanunterstützung trotz des zu erwartenden Kälteeinbruchs wird gebeten!
22.03.26: Kreisliga Mch. 2 – 18. Spieltag– FC Teutonia München – TSV Solln 4:0 (1:0)
TSV Solln: Maximilian Hassinger, André Metzger, Campe, Jell (55. Bausch), Minov, Sözer, Khazali (53. Kugler), Simon Metzger (76. Chris Hassinger), Schewe (89. Dedic), Lejs Dedic (54. Alex Metzger) – außerdem im Kader: Buergers, Schmid
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Khazali (30./Halten), Alex Hassinger (39./strategisches Foul), Chris Hassinger (43./Meckern auf Bank), Campe (57./Meckern), Bausch (86./Foul)
10-Minuten Zeitstrafe: Khazali (44./unklar – evtl. Meckern)
Eva Ankenbauer


