TSV Solln ohne Vollstrecker – Gastgeber FC Fürstenried trifft doppelt in Halbzeit II

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Die Saison 2025/26 strebt mit schnellen Schritten auf ihr Ende zu. Für die erste Garnitur des TSV Solln geht es um nicht weniger als den Klassenerhalt. Zu wenige Punkte hat man an den vergangenen Spieltagen eingefahren und viel mehr davon liegen lassen. So befand man sich zuletzt auf Relegationsplatz 11 und schielte vor dem Auswärtsspiel „daheim“ beim FC Fürstenried auf die Samstagsspiele der Kreisliga 2. Da gab es unter Anderem zwei erwartbare Resultate: Neuried ist durch ein 3:1 gegen die TSG Pasing an Solln vorbeigezogen – nicht so schön. Wichtiger war jedoch das knappe 4:3 von Spitzenreiter Kosova in Gräfelfing. Mit einem eigenen Sieg hätte Solln zumindest den Punktestand mit dem von Gräfelfing egalisieren können. Gewisse Hoffnungen auf einen Erfolg machten sich die Sollner durchaus, denn Fürstenried hat zuletzt in Neuhadern verloren.

Trainer Kleemann musste dieses Mal auf Innenverteidiger Luca Bausch verzichten, der sich zu der frühen Anstoßzeit um 11 Uhr auf der Rückreise nach München befand. So kam Michi Schmid zu einem Startelfeinsatz als Innenverteidiger neben Kapitän Basti Jell. Als Außenverteidiger fungierten erneut André Metzger und Johannes Campe. Verletzt fehlte leider Stürmer Luis Stephan; für ihn begann Simon Metzger. Kurzfristig grünes Licht für einen Einsatz hatte dessen zweiter Cousin Alex Metzger gegeben; er sollte später von der Bank kommen. Dort nahmen auch Ersatztorwart Paul Kult, Marco Kornmesser, Tristan Römpp und Alex Schrank Platz.

In der Anfangsphase hatten die Sollner gleich mehrere Attacken seitens der Fürstenrieder zu überstehen, z.B. durch Emini, gegen den Michi Schmid ins Toraus klärte (3.) und besonders durch den (etwas zweifelhaften) Freistoß von Dora, der Maximilian Hassinger zu einer Parade herausforderte (4.). Erst dann kamen die Gäste zu ihren ersten Gelegenheiten, doch Sammy Schewe scheiterte am tadellosen Fürstenrieder Keeper Popravak (7./Eckball bringt nichts ein). Ebenso wenig Glück hatte Schewe bald darauf, als er nach Vorlage von Simon Metzger nur ins Toraus traf (11.). Immerhin stand auf der anderen Seite noch die Null, da auch Sadovic dank des Eingreifens von Basti Jell ins Toraus geschossen hatte (10.). Auch der andere Innenverteidiger, Michi Schmid, konnte einen Angriff von Sadovic stören, dann beging dieser ein Offensivfoul an Schmid und der Schiri pfiff ab (12.).

Erneut stark präsentierte sich der Sollner Keeper Maximilian Hassinger, als er Torunoglus Ball mit einer Hand ins Toraus abwehrte (13./Eckball von Satilmis per Kopf ins Toraus verlängert). Bald darauf beendete Basti Jell einen Angriff des Fürstenrieders Cengiz und brachte die Sollner dadurch in Ballbesitz. Über mehrere Stationen gelangte die Kugel zu Seref Sözer, aber der blieb an einem Gegenspieler hängen (16.). Einige Minuten darauf gelang Benni Minov eine tolle Balleroberung, aber seine für Simon Metzger gedachte Vorlage geriet etwas zu weit; diese war jedoch gefährlich genug, um die heimische Abwehr zu einer Klärungsaktion ins Toraus zu veranlassen. Der Klasse-Kopfball von Stürmer Simon Metzger nach der Ecke von Niek Khazali hätte durchaus mehr verdient gehabt als auf dem Tornetz zu landen (20.).

Nach der kurzen Trinkpause hatte Sammy Schewe den Führungstreffer auf dem Fuß, aber es fehlte ihm die nötige Ruhe, um seinen Schuss richtig zu dosieren, also ging der Ball drüber (26.). Wenig später war es Keeper Popravak, der Schewe Sözers Vorlage per Fuß stibitzte (28.). Gleich danach übernahm Niek Khazali nach eigener kurzer Ecke auf Sammy Schewe das Spielgerät wieder, schloss aber zu hoch ab (29.). Es war noch keine Minute vergangen, als Khazali mit vollem Einsatzwillen im Fallen die Spielrichtung drehte, aber Keeper Popravak verdarb dem heraneilenden Seref Sözer den Spaß; desgleichen nochmals zwei Minuten später gegen Sammy Schewe nach Diagonalpass von Seref Sözer (32.). Bald darauf störte Dominik Kugler energisch den Fürstenrieder Sadovic, der den Ball daher unkontrolliert ins Toraus spielte (33.).

Ein Freistoß von Benni Minov nach Foul an Seref Sözer hinter der Mittellinie brachte eine schöne Kombi in Gang: André Metzger übernahm das Spielgerät und leitete es weiter zu Johannes Campe, der wiederum quer für Sammy Schewe vorlegte. Dieses Mal war dessen Schussversuch ok, aber zu eindeutig für einen Torwart von Popravaks Format (35.). Allerdings schienen auch die Gastgeber an mangelhafter Schusspräzision zu leiden. Das war nach dem guten, aber letztlich erfolglosen Störmanöver von André Metzger gegen Torunoglu zu erkennen, als Dora den Ball weit links am Tor vorbeizog (36.). Nicht lange danach setzte sich Michi Schmid erst gegen Emini und dann gegen Sadovic durch, aber Dominik Kugler erreichte den Ball nicht mehr, so dass es Einwurf und Ballbesitz für Fürstenried gab. Niek Khazali machte dem aber schnell wieder ein Ende (38.). Gegenüber genügte das Einschreiten des langen Kapitäns Satilmis, um Seref Sözer nach Zuspiel von Niek Khazali beim Abschluss zu stören, so dass der Ball ins Toraus ging (40.).

In den letzten 5 Minuten (plus kurzer Nachspielzeit) der ersten Hälfte sahen sich die Sollner einem Fürstenrieder Chancenfeuerwerk ausgesetzt. Zunächst hielt Maximilian Hassinger eine Flanke von Torunoglu (41.), dann musste Basti Jell gegen Blaß ins Toraus klären, bevor André Metzger Doras Eckball wegköpfte. Fürstenried blieb aber in Ballbesitz (Sadovic), bis Benni Minov und Basti Jell dem ein Ende bereiteten (45.). In der Nachspielzeit kamen die Sollner sogar nochmals nach vorne. Dominik Kugler brachte einen Einwurf zu Seref Sözer, aber Crnogaj klärte vor Simon Metzger ins Toraus. Benni Minovs Kopfball nach Ecke von Niek Khazali wurde schließlich abgewehrt (45.+1). Dann pfiff Schiri Nalpantidis zur Pause. Die Gästeelf hatte eine wirklich ordentliche erste Halbzeit hingelegt; allein die Tore fehlten.

Die zweite Hälfte begannen die Sollner unverändert. Schon früh bekamen sie einen Freistoß zugesprochen, den Benni Minov aus halblinker Position vor der Mittellinie in Richtung André Metzger trat, doch es war wieder Satilmis, der den Ball vor Sammy Schewe kontrollierte (46.). Unmittelbar darauf sah Seref Sözer nach Balleroberung von Simon Metzger Gelb wegen eines angeblichen Fouls an Dora. Das Sollner Lager störte sich vor allem an zwei Dingen: Sözer und Dora waren mehr oder weniger im Kampf um den Ball zusammengeprallt, und zudem hatten die Fürstenrieder vehement die Karte gefordert (48.). Es blieb aber nichts übrig als die Tatsache abzuhaken. In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit lief die Partie ähnlich wie in Halbzeit I. Beide Teams jagten sich gegenseitig den Ball ab, ohne jedoch zählbare Erfolge vorweisen zu können. Die gefährlichste Situation erarbeitete Torunoglu auf Zuspiel von Emini, doch der diagonale Ball ging über den Kasten (50.). Ebenfalls diagonal zielte Sammy Schewe auf das gegnerische Tor, aber Popravak hielt (51.)

Sehr geschickt wussten die Gastgeber die Unsicherheit des Schiedsrichters für sich auszunutzen; mehrmals holten sie in harmlosen Situationen Freistöße raus, indem ein Spieler sich fallen ließ und schrie (53./54.). Zunächst entstand den Sollnern aber außer dem Ärger kein Schaden. In Rückstand geriet die Gästeelf jedoch bald darauf, als sich die Fürstenrieder sichtlich warmgespielt hatten und der unter Nackenproblemen leidende Sollner Keeper zunächst gegen Sadovic glänzend parierte, Dora aber das 1:0 für Fürstenried im Nachschuss sicherte (57.). Wenige Minuten später hätte Sammy Schewe für den Ausgleichstreffer sorgen können, doch mit seinem an sich guten Schuss fand er in Keeper Popravak seinen Meister (61.). Nicht lange danach blieb André Metzger, der trotz muskulärer Schwierigkeiten die kompletten 90 Minuten absolvierte, ein Freistoßpfiff versagt, so dass die Fürstenrieder ihren Konter durchspielen konnten. Es war Kapitän Basti Jell, der sich toll gegen Sadovic durchsetzte, nachdem seine Abwehrkollegen den Ball nicht weggebracht hatten (65.). Nach dem Eckball blieben die Platzherren trotz Klärungsversuch der Sollner in Ballbesitz; schließlich störte Dominik Kugler Sadovic entscheidend, so dass dessen Ball sein Ziel verfehlte (66.).

Kurz darauf bekam André Metzger wegen eines Fouls die gelbe Karte präsentiert, ließ sich aber davon nicht beirren (66.). Vor Ausführung des Freistoßes wechselten beide Teams. Bei Fürstenried kam Nsubuga neu ins Spiel, während Sollns Trainer Kleemann Alex Metzger für Dominik Kugler und Alex Schrank für Johannes Campe brachte (67.). Schrank sollte die Abwehr stabilisieren helfen und Metzger für zusätzliche offensive Impulse sorgen. Mit wenigen Ausnahmen waren es jedoch die Gastgeber, die aufs Sollner Tor zustürmten. Michi Schmid blockte einen Weitschuss von Satilmis, aber das anschließende Zuspiel von Alex Metzger kam nicht bei Cousin Simon an. Auch bei Fürstenried klappte nicht alles. Sadovic schoss ins Leere, so dass Michi Schmid den Ball zu Maximilian Hassinger spielen konnte (71.). Dann pfiff der Schiri ein Foul von Simon Metzger an Satilmis, aber es hätte umgekehrt sein müssen. Jedenfalls trat Dora zum Freistoß an, aber Sollns Schlussmann war zur Stelle (72.). Eine Minute später musste Basti Jell gegen den eingewechselten Nsubuga klären (73.). Da jetzt nur mehr eine reichliche Viertelstunde zu spielen war und Solln immer noch dem knappen Rückstand hinterherlief, tauschte der Coach Simon Metzger gegen Tristan Römpp aus, der als körperlich robusterer Spieler den Vorzug vor Marco Kornmesser bekam (73.). Auch in der Abwehr wechselte Kleemann nochmals; für Michi Schmid kam Dominik Kugler zurück (76.).

Tatsächlich hatten die Sollner nun zeitweise mehr Spielanteile, nur mangelte es entscheidend am Abschluss. Benni Minov scheiterte nach Balleroberung am Fürstenrieder Torwart (78.), dann setzte er den Ball nach Vorlage von Alex Metzger weit drüber (82.). Wieder war es Popravak, der Minovs Vorlage vor Sözer abfing (82.). Dem erst wenige Minuten auf dem Platz befindlichen Tristan Römpp war das Glück nicht hold; sein Kopfball nach Freistoß von Khazali verfehlte das Gehäuse (85.). Eine Minute darauf ließ es die Sollner Abwehr an Energie und Geistesgegenwart vermissen. Die Gastgeber agierten jetzt hingegen konzentrierter und konnten ungehindert einen Angriff aufbauen, den der nach der Pause eingewechselte Arik zum 2:0 vollendete (86.). In der knappen verbleibenden Spielzeit reichte es für Solln nicht einmal mehr für Ergebniskosmetik, geschweige denn für den Ausgleich.

So stehen die Sollner nach wie vor auf einem Relegationsplatz, sind aber von Neuried um einen Platz nach unten auf 12 geschoben worden. Allein der worst case blieb Solln an diesem Wochenende erspart, da Teutonia in Gern mit 0:1 gewonnen hat und Solln damit noch 5 Punkte auf einen direkten Abstiegsplatz hat. Rechnerisch bedeutet das aber noch nicht, dass Solln dem direkten Abstieg bereits entgangen ist, wobei es eigentlich mit dem Teufel zugehen müsste, wenn Kosova bei Gern nicht gewinnt. Andererseits warten die Sollner immer noch auf das Fußballwunder, das sie gegen die Löwen (daheim) und gegen Spitzenreiter Kosova (auswärts) gewinnen lässt und so die Relegationsrunde vermeiden hilft. Wie sie das allerdings bei der grassierenden Sturmschwäche bewerkstelligen wollen, bleibt ein Rätsel. Die Statistik zeigt, dass 28 der derzeit 41 Tore aus der Zeit vor der Winterpause stammen. Seitdem hat es in der Mannschaft etliche Umbrüche in der Offensive gegeben, die allem Anschein nach nicht folgenlos geblieben sind.

Trotz der prekären Situation freuen wir uns auf das kommende, am nächsten Sonntag zur gewohnten Zeit um 15 Uhr angesetzte Heimspiel gegen die „kleinen Löwen“, gegen die es in der Vergangenheit ja hin und wieder positive Überraschungen gegeben hat.

10.05.26: Kreisliga Mch. 2 – 24. Spieltag – FC Fürstenried – TSV Solln I 2:0 (0:0)

TSV Solln: Maximilian Hassinger, Jell, Schmid (76. Kugler), Campe (67. Schrank), Minov, Sözer, Khazali, Schewe, Simon Metzger (73. Römpp), André Metzger, Kugler (67. Alex Metzger) – außerdem im Kader: Kult (ETW), Kornmesser

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Sözer (48./Foul), André Metzger (66./Foul)

Eva Ankenbauer